| Soazza | |
|---|---|
| Staat: | |
| Kanton: | |
| Region: | Moesa |
| BFS-Nr.: | 3823 |
| Postleitzahl: | 6562 |
| Koordinaten: | 737458 / 136522 |
| Höhe: | 620 m ü. M. |
| Höhenbereich: | 459–2966 m ü. M. |
| Fläche: | 46,42 km² |
| Einwohner: | 320 (1. Januar 2026) |
| Einwohnerdichte: | 7 Einw. pro km² |
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 18,8 % (1. Januar 2026) |
| Gemeindepräsident: | Moreno Canonica |
| Website: | www.soazza.ch |
Soazza | |
| Lage der Gemeinde | |
Soazza (deutsch veraltet Sowaz oder Zauatz) ist eine Ortschaft und eine politische Gemeinde im italienischsprachigen Teil des Schweizer Kantons Graubünden. Sie gehört zur Region Moesa.
Das Haufendorf Soazza liegt auf den Überresten eines durch die Moesa zerstörten Gletscherriegels an der Grenze zwischen dem oberen und unteren Misox. Die Westgrenze bildet eine Gebirgskette, die das Misox vom Calancatal trennt. Im Osten reicht die weitflächige Gemeinde bis zur Grenze zu Italien. Dieser östliche Gemeindeteil ist mit Ausnahme des Weilers Druna auf der linken Talgrundseite der Moesa kaum besiedelt. Vom gesamten Gemeindegebiet von über 46 km² sind beinahe 25 km² – genau 2490 ha – von Wald und Gehölz bedeckt. Weitere 1746 ha sind unproduktive Fläche (meist Gebirge). Zwar gibt es 333 ha landwirtschaftlich nutzbaren Boden, doch sind darunter 286 ha Alpwirtschaften. Die restlichen 68 ha sind Siedlungsfläche. 2 Kilometer südlich des Ortes liegt der Wasserfall Cascata di Buffalora.
Nachbargemeinden sind Mesocco, Rossa, Calanca, Lostallo (alle Kanton Graubünden) sowie San Giacomo Filippo in Italien.

Eine erste Erwähnung findet das Dorf im Jahre 1203 unter dem damaligen Namen Soaza. Die Gemeinde war schon 1359 selbständig, stand aber kirchlich lange unter der Collegiata von San Vittore; noch 1626 musste es an diese den Zehnten entrichten. 1480 trat Soazza mit Mesocco freiwillig dem Grauen Bund bei. Gerichtlich gehörte Soazza zum Vikariat Mesocco, verwaltungsmässig zur mittleren Squadra. Die ab 1219 erwähnte Pfarrkirche S. Martino wurde 1626 bis 1639 erweitert und 1957 restauriert. Sie liegt auf einem Geländesporn und wird von der 1751 erbauten Kapelle Madonna Addolorata aus über eine Treppe erreicht. Die 1530 fassbare Dorfkirche S. Rocco wurde 1633 neu erbaut und 1937 restauriert. Das oberhalb des Dorfs erstellte Hospiz aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts diente den Kapuzinern 1636 bis 1922 als Sitz und ist mit Fresken von Francesco Antonio Giorgioli ausgestattet.
1710 kaufte Soazza die Alp Ingamba auf Gebiet der Gemeinde Lostallo für 1000 Thaler. Auf dem Saumpfad des Val della Forcola, der Soazza mit Menarola bzw. Chiavenna verbindet, transportierten Säumer bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts Salz, Seide und Textilien.
Während Jahrhunderten bildeten Ackerbau und Weidewirtschaft, die noch heute betrieben werden, die Haupterwerbsquellen. Die knappen Ressourcen zwangen zu einer beträchtlichen Auswanderung unter anderem von Kaminfegern, Glasern und Flachmalern sowie zur Entwicklung von neuen Erwerbsquellen, wie z. B. der Verarbeitung von Lavezstein.
| Blasonierung: «In Gold (gelb) auf schwarzem Pferd der Heilige Martin, den roten Mantel mit dem Bettler teilend» | |
|
Der Heilige Martin ist Patron der Pfarrkirche San Martino und war auch schon im Gemeindesiegel abgebildet. |
| Bevölkerungsentwicklung | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1650 | 1802 | 1850 | 1900 | 1950 | 2000 | 2004 | 2010 | 2020 | |||
| Einwohner | 427 | 311 | 315 | 339 | 348 | 359 | 374 | 351 | 324 | |||
Von den Ende 2004 374 Bewohnern waren 327 (87 %) Schweizer Staatsangehörige.