Ascarat

Ascarat
Azkarate
Ascarat (Frankreich)
Ascarat (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Pyrénées-Atlantiques (64)
Arrondissement Bayonne
Kanton Montagne Basque
Gemeindeverband Pays Basque
Koordinaten 43° 10′ N, 1° 15′ WKoordinaten: 43° 10′ N, 1° 15′ W
Höhe 120–446 m
Fläche 5,82 km²
Einwohner 348 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 60 Einw./km²
Postleitzahl 64220
INSEE-Code
Website www.garazibaigorri.com/fr/le-territoire/ascarat/la-commune.html

Bauernhaus bei Ascarat

Ascarat (baskisch Azkarate) ist eine französische Gemeinde mit 348 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Bayonne und zum Kanton Montagne Basque (bis 2015: Kanton Saint-Étienne-de-Baïgorry).

Die Einwohner werden Azkaratars genannt.

Geographie

Ascarat liegt ca. 55 km südöstlich von Bayonne im französischen Teil des Baskenlands unweit von Saint-Jean-Pied-de-Port.

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Ossès
Saint-Martin-d’Arrossa
Irouléguy Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Ispoure
Anhaux Uhart-Cize
Lasse

Ascarat liegt im Einzugsgebiet des Adours. Die Nive strömt an der östlichen Gemeindegrenze entlang. Einer ihrer Nebenflüsse, die Nive d’Arnéguy, fließt an einem Teil der südöstlichen Gemeindegrenze entlang, bevor sie in der Gemeinde in die Nive mündet.

Geschichte

Ascarat wurde erstmals 1106 in der Form ascarat erwähnt. Weitere Erwähnungen folgten: escarat im 13. Jahrhundert, azcarat (1350), atzcarat (1366), azquarat (1413). 1391 gehörte Ascarat zusammen mit Anhaux, Irouléguy und Lasse zur Vizegrafschaft von Saint-Étienne-de-Baïgorry. 1396 wurde das Dorf mit der Kirche von „Kriegsleuten“ zerstört. Der Zusammenhang dieses Ereignisses ist allerdings unklar.

Wappen

Das Wappen ist in vier Felder eingeteilt und lässt sich nach Guy Ascarat, Heraldiker und Historiker, folgendermaßen interpretieren: Das Feld oben rechts symbolisiert den Weinbau, den wichtigsten Zweig der Landwirtschaft der Kommune. Das Feld oben links ist das Wappen der adeligen Familie Azkarate. Ein Eneco d’Azkarate ist im 11. Jahrhundert erwähnt worden. Die Namensgebung setzt sich zusammen aus aitz (Felsen) und garate (hoher Ort), also „Ort auf hohen Felsen“. Auf dem Wappen wacht der Adler auf dem Felsen als herausragender Kämpfer. Das dritte Wappen unten rechts ist das einer anderen Familie des Dorfes, der Familie Larragoyen, die 1316 erwähnt wurde. Das Feld unten links zeigt das Wappen von Jean Isidore Harispe, einem General in napoleonischer Zeit, dessen Vater aus Ascarat stammt. Das Pferd ist nicht angeschirrt und wäre ein Symbol für ein Kriegspferd. Hier hingegen trabt es ausgelassen, ein Symbol des Adels. Die Sterne weisen auf hohe militärische Ehren hin.

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahl hat vom Höchststand in der Mitte des 19. Jahrhunderts stetig abgenommen. In den 1970er-Jahren ist der Trend gestoppt, die Zahl blieb ungefähr auf dem gleichen Niveau und konnte in letzter Zeit wieder leicht zulegen. Diese Zunahme ist durch die Nähe zu Saint-Jean-Pied-de-Port zu erklären, wobei sich der Ort als ein Standort von Handel und Dienstleistungen anbietet.

Jahr196219681975198219901999200620092014
Einwohner274283282294294275280309317
EinwohnerJahr2402703003303603904204501750180018501900195020002050Ascarat
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006, INSEE ab 2009

Sehenswürdigkeiten

Kirche Saint-Julien-d’Antioche

Wirtschaft und Infrastruktur

Drei private Campingplätze, mehrere Gîtes, Gästezimmer und Ferienwohnungen mit einer Kapazität von insgesamt 1.500 Betten unterstützen den Tourismus in Ascarat. Zwölf bäuerliche Betriebe kümmern sich um die Aufzucht von Milchschafen Manex tête Noire, die im Sommer auf Almen getrieben werden. Es werden Rinder der Rasse Blonde d’Aquitaine und mehr als zwei Rassen Milchkühe gezüchtet. Ascarat liegt in den Zonen AOC des Ossau-Iraty, ein traditionell hergestellter Schnittkäse aus Schafmilch, der Schweinerasse und des Schinkens „Kintoa“ sowie des Irouléguys, welches eines der kleinsten Weinanbaugebiete Frankreichs und das einzige im französischen Baskenland ist. Vier Winzer bauen ihren Wein auf Terrassen in Südlage auf den Hängen des Itahako an.

Landwirtsch...IndustrieBaugewerbeHandel ...Öffentliche Verwaltu...Landwirtschaft Forstwirtschaft FischereiIndustrieBaugewerbeHandel Transport sonstige DienstleistungenÖffentliche Verwaltung Lehre Gesundheit Sozialwesen
Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2014
Gesamt = 44

Verkehr

Ascarat wird durchquert von den Routes départementales 15, 403, 615 und 918, der ehemaligen Route nationale 618, und ist über Linien des Busnetzes Transports 64 mit anderen Gemeinden des Départements verbunden.

Commons: Ascarat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Lieux - toponymie: Azkarate (Baigorri-Ortzaize). Königliche Akademie der Baskischen Sprache, abgerufen am 1. Februar 2017 (französisch).
  2. ↑ Pyrénées-Atlantiques Gentilé. habitant.fr, abgerufen am 1. Februar 2017 (französisch).
  3. ↑ Ma commune : Ascarat. Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne, abgerufen am 1. Februar 2017 (französisch).
  4. ↑ Jean-Baptiste Orpustan: Nouvelle toponymie basque. Universität Bordeaux, 2006, S. 154, abgerufen am 1. Februar 2017 (französisch).
  5. ↑ Conseil régional d’Aquitaine: Ascarat. Visites en Aquitaine, archiviert vom Original am 1. Februar 2017; abgerufen am 29. April 2021 (französisch).
  6. ↑ présentation de la commune d’Ascarat in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch), abgerufen am 6. Mai 2026
  7. ↑ présentation de la commune de Saint-Etienne-de-Baïgorry in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch), abgerufen am 6. Mai 2026
  8. ↑ Guy Ascarat: Armorial Communes Basques. Archiviert vom Original am 3. Januar 2017; abgerufen am 1. Februar 2017 (französisch).
  9. 1 2 ASCARAT: La commune. Communauté d’agglomération du Pays Basque, archiviert vom Original am 1. Februar 2017; abgerufen am 1. Februar 2017 (französisch).
  10. ↑ Notice Communale Ascarat. EHESS, abgerufen am 1. Februar 2017 (französisch).
  11. ↑ Populations légales 2014 Commune d’Ascarat (64066). INSEE, abgerufen am 1. Februar 2017 (französisch).
  12. ↑ Conseil régional d’Aquitaine: Église Saint-Julien-d’Antioche. Visites en Aquitaine, archiviert vom Original am 1. Februar 2017; abgerufen am 29. April 2021 (französisch).
  13. ↑ Conseil régional d’Aquitaine: Château de Vergues ou de Fargas. Visites en Aquitaine, abgerufen am 1. Februar 2017 (französisch).
  14. ↑ Conseil régional d’Aquitaine: Ferme Harizpea. Visites en Aquitaine, archiviert vom Original am 1. Februar 2017; abgerufen am 29. April 2021 (französisch).
  15. ↑ Institut national de l’origine et de la qualité. Institut national de l’origine et de la qualité, archiviert vom Original am 5. Februar 2017; abgerufen am 6. Februar 2017 (französisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  16. ↑ Caractéristiques des établissements en 2014 Commune d’Ascarat (64066). INSEE, archiviert vom Original am 6. Februar 2017; abgerufen am 29. April 2021 (französisch).