| Garris Garrüze | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Pyrénées-Atlantiques (64) | |
| Arrondissement | Bayonne | |
| Kanton | Pays de Bidache, Amikuze et Ostibarre | |
| Gemeindeverband | Pays Basque | |
| Koordinaten | 43° 21′ N, 1° 4′ W | |
| Höhe | 73–219 m | |
| Fläche | 3,13 km² | |
| Einwohner | 320 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 102 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 64120 | |
| INSEE-Code | 64235 | |
| Website | www.garrislehengogarruze.org | |
Ansicht von Garris | ||
Garris (baskisch Garrüze) ist eine französische Gemeinde mit 320 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Bayonne und zum Kanton Pays de Bidache, Amikuze et Ostibarre (bis 2015: Kanton Saint-Palais).
Die Bewohner werden Garrüztar genannt.
Garris liegt ca. 55 km südöstlich von Bayonne und unweit von Saint-Palais im historischen Landstrich Pays de Mixe (baskisch Amikuze) in der historischen Region Nieder-Navarra im französischen Teil des Baskenlands.
Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:
| Luxe-Sumberraute | Amendeuix-Oneix | |
Garris liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour. Ein Nebenfluss der Bidouze, der salarteko erreka, strömt ebenso wie sein Zufluss zubiaga erreka durch das Gemeindegebiet.
Die Gemeinde war in der gallorömischen Zeit eine Station, Carasa genannt, auf der Straße von Burdigala (Bordeaux) nach Asturica Augusta (Astorga) in der heutigen Provinz León im nordwestlichen Zentral-Spanien, später im Mittelalter eine Etappe für Pilger auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela, die von der Abtei Saint-Jean de Sorde kamen. In dieser Zeit entwickelte sich die Gemeinde als Handelszentrum, in dem ein bedeutender Markt abgehalten wurde. Sie wurde Hauptsitz des Pays de Mixe, das Gericht wurde üblicherweise dort abgehalten.
Die Gründung von Saint-Palais im 13. Jahrhundert beendete die Blütephase. Eine Burg an der Stelle des heutigen Rathauses wurde 1235 errichtet und war im Besitz des Königs von Navarra. Im Navarresischen Bürgerkrieg wurde Garris im Sommer 1512 von Truppen von Ferdinand II., König von Aragón, zerstört und geplündert, die Bevölkerung verletzt und getötet. Die Burg wurde ebenfalls zerstört.
Die Hugenottenkriege zwei Jahrhunderte später verschonten die Gemeinde nicht, da sie eine Bastion der katholischen Konfession darstellte. Jeanne d’Albret, Königin von Navarra, wollte die Reformation im ganzen Land durchsetzen. Sie ersetzte die Wachen der Burg von Garris durch protestantische Truppen, darunter 50 Arkebusiere, die im Januar 1568 von katholischen Truppen des Grundherrn von Luxe nach einer zweitägigen Belagerung besiegt und gefangen genommen wurden. Jeanne d’Albret erließ mit Ausnahme der Rädelsführer der katholischen Rebellion eine Generalamnestie. Bis zum Ende sollte Garris aber immer wieder durch hindurchziehende Truppen leiden sollen.
Während der Französischen Revolution wurde Garris 1790 für eine kurze Zeit Hauptsitz eines Kantons, der acht Gemeinden umfasste, bevor die Gemeinde elf Jahre später in den Kanton Saint-Palais überging. Die Gemeinde verlor alle Privilegien als Hauptsitz des Pays de Mixe. Die adeligen Familien sahen sich zur Auswanderung gezwungen, ihre Wohngebäude wurden verlassen und verfielen.
Im Rahmen der napoleonischen Kriege spielte die Gemeinde eine gewisse Nebenrolle. Am 15. Februar 1814 verdrängte die aus Spanien herangerückte alliierte Armee unter dem Oberbefehl von Arthur Wellesleys, dem späteren Duke of Wellington, Vorposten der französischen Armee von den Anhöhen bei Garris, bevor es wenige Tage später zur Schlacht bei Orthez kommen sollte.
Die Gemeinde war von 1966 bis 1996 ein Ortsteil der Gemeinde Saint-Palais.
Toponyme und Erwähnungen von Garris waren:

Die Gemeinde trägt das Wappen seit 1845, das sich nach Guy Ascarat, Heraldiker und Historiker, folgendermaßen interpretieren lässt.
Es ist das Wappen der Grundherrn von Garris. Das Wildschwein galt den Kelten als heiliges Tier. Es symbolisiert die geistliche Autorität eines Druiden mit seiner Erfahrung und seinem Wissen. Ebenso steht es für den Mut, denn es kennt keinen natürlichen Räuber in seinem Revier.
Nach einem Höchststand der Einwohnerzahl von 535 in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat sich die Zahl bei kurzen Wachstumsphasen bis zu den 1950er Jahren um rund 60 % reduziert. Seitdem hat sich die Zahl der Bewohner wieder gestiegen und auf einem Niveau von rund 300 stabilisiert.
| Jahr | 1962 | 1999 | 2006 | 2009 | 2023 |
|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 229 | 302 | 282 | 285 | 320 |
Am 31. Juli und 1. August jedes Jahres wird der Markt von Garris in Form eines Volksfests ausgetragen. Händler, Viehzüchter und Handwerker kommen auch von außerhalb der Region nach Garris.


Landwirtschaft und Dienstleistungen sind die wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Gemeinde. Garris liegt in den Zonen AOC des Ossau-Iraty, eines traditionell hergestellten Schnittkäses aus Schafmilch, sowie der Schweinerasse und des Schinkens „Kintoa“.
Die Gemeinde ist angeschlossen an die Routes départementales 11, 14 und 124 und ist über eine Linie des Busnetzes Transports 64 mit anderen Gemeinden des Départements verbunden.