Bernhardschlag

Bernhardschlag (Rotte)
Ortschaft
Katastralgemeinde Bernhardschlag
Bernhardschlag (Österreich)
Bernhardschlag (Österreich)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Urfahr-Umgebung (UU), Oberösterreich
Gerichtsbezirk Rohrbach
Pol. Gemeinde Vorderweißenbach
Koordinaten 48° 32′ 0″ N, 14° 14′ 43″ OKoordinaten: 48° 32′ 0″ N, 14° 14′ 43″ Of1
f3f0
Einwohner der Ortschaft 263 (1. Jän. 2026)
Fläche d. KG 25,56 km² (31. Dez. 2023)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 12338
Katastralgemeindenummer 45402
Zählsprengel/ -bezirk Bernhardschlag (41625 000)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; DORIS
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263

BW

Bernhardschlag ist eine Ortschaft und Katastralgemeinde in der Gemeinde Vorderweißenbach im Bezirk Urfahr-Umgebung in Oberösterreich. Die Ortschaft hat 263 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Bis 1938 war Bernhardschlag eine eigenständige Gemeinde.

Geographie

Die Ortschaft Bernhardschlag ist Teil der Katastralgemeinde Bernhardschlag sowie des Zählsprengels Bernhardschlag und umfasst 84 Adressen (Stand 1. April 2020).

Die Ortschaft liegt im Bernhardschläger Hügelland zwischen dem Finsterholzbach im Norden, dem Steinbach im Süden und dem Amesschlägerbach im Osten.

Geschichte

Ortsgeschichte

„Wernhardtsschlag“ in der Landkarte von Georg Matthäus Vischer 1667/69

Das früheste Schriftzeugnis für den Ortsnamen lautet „Wernhartzslag“ und stammt aus dem Jahr 1356, als Reinprecht von Wallsee das Amt Weißenbach mit den Dörfern Bernhardschlag, Weißenbach und Schönegg erhielt. Der Ortsname geht dabei auf den althochdeutschen Personennamen „Wernhart“ mit dem Grundwort „-schlag“ zurück.

Im Zweiten Weltkrieg hatte Bernhardschlag viele tote Soldaten zu beklagen. Am 16. März 1945 kam es zu einem Notabwurf von 16 US-amerikanischen und englischen Fliegerbomben über Bernhardschlag und Brunnwald, die in die Wiesen, Felder und Wälder Trichter von sechs bis acht Meter Tiefe und 12 bis 16 Meter Breite rissen und die Fensterscheiben der umliegenden Häuser zertrümmerten. In Bernhardschlag fielen sie unterhalb vom „Baönfranzl“ (Bernhardschlag Nr. 51) in Richtung „Waldhörgut“ (Nr. 34). Ein großer Steinbrocken wurde durch das Dach des Bauernhauses in Bernhardschlag Nr. 32 geschleudert und musste erst zerschlagen werden, damit er abtransportiert werden konnte.

Ehemalige Gemeinde

Im Jahr 1850 wurde die Gemeinde Bernhardschlag eingerichtet.

Zur Versorgung der Pflegebedürftigen erwarb die damalige Gemeinde Bernhardschlag im Jahr 1910 das Haus Nr. 18 und im Jahr 1925 das „Bruntonihäusl“ in Brunwald Nr. 10 als Armenhäuser.

Im Jahr 1938 waren in der Ortsgemeinde Bernhardschlag zwei Gastwirte, ein Schmied, ein Schuhmacher, zwei Tabaktrafikanten, ein Viehhändler, ein Viktualienhändler, ein Weber und zahlreiche Landwirte ansässig.

Am 1. November 1938 wurde die zuvor eigenständige Gemeinde Bernhardschlag in die damalige Gemeinde Oberweißenbach eingegliedert, wobei Bernhardschlag als Katastralgemeinde fortbesteht.

Bürgermeister

Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Bernhardschlag:

Infrastruktur

Gemeindestraße

Die Bernhardschläger Gemeindestraße verbindet Vorderweißenbach mit Bernhardschlag. Ein Ansuchen um Förderung zur Sanierung und Verbreitung der Straße wurde am 20. Februar 1910 vom Landesausschuss abgelehnt. Die Bernhardschläger Gemeindestraße wurde im Herbst 1938 ausgebaut, im 1953 weiterausgebaut und 1979 saniert.

Freiwillige Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr Bernhardschlag wurde am 23. Jänner 1910 als Gemeindefeuerwehr der damals eigenständigen Gemeinde Bernhardschlag gegründet. Das erste Feuerwehrzeughaus wurde 1913 gegenüber dem heutigen Standort errichtet. 1957 wurde das neue Zeughaus am heutigen Standort gebaut und 1961 mit einer Sirene ausgestattet. Da mit der Anschaffung neuer Geräte der Platz nicht mehr ausreichte, wurde das Gebäude abgerissen und mit dem Bau eines größeren Zeughauses begonnen, das 1993 feierlich eröffnet wurde. 2014 wurde ein Grundstück angekauft und damit der Parkplatz erweitert.

Freizeit

Literatur

Commons: Bernhardschlag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2026 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2026), (ODS, 500 KB)
  2. 1 2 Michael Rademacher: Kreis Freistadt. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
  3. ↑ DORIS (Digitales Oberösterreichisches Raum-Informations-System). Land Oberösterreich, Abteilung Geoinformation und Liegenschaft, abgerufen am 4. Februar 2026.
  4. ↑ Statistik Austria (Hrsg.): Ortsverzeichnis Oberösterreich 2001. Verlag Österreich, Wien 2005, ISBN 3-902452-43-9, S. 343 (statistik.at [PDF; abgerufen am 4. Februar 2026]).
  5. ↑ Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen: Österreichisches Adressregister, Stichtagsdaten vom 1.4.2020 (online)
  6. ↑ Erich Trinks (Bearb.): Urkunden-Buch des Landes ob der Enns. Band 7. Wien 1876, CDLVII, S. 463 (archive.org – „Wernhartzslag“ in einer Urkunde vom 4. Juli 1356 zu Ottensheim): „Reinprecht von Wallsee von Ens und seine Vettern Friedrich, Wolfgang und Heinrich, Brüder von Wallsee von Ens, theilen die zur Veste und zu der Grafschaft Waxenberg gehörigen Urbargüter, die ihnen der Herzog von Oesterreich versetzt hatte.“
  7. 1 2 Karl Hohensinner, Peter Wiesinger, unter Mitarbeit von Hermann Scheuringer, Michael Schefbäck: Die Ortsnamen des politischen Bezirkes Urfahr-Umgebung (Mittleres Mühlviertel) (= Ortsnamenbuch des Landes Oberösterreich. Band 10). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2006, ISBN 978-3-7001-3676-7, S. 92, Nr. 10.2.6.4.
  8. ↑ „Teilung der Herrschaft Waxenberg.“ In: Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 194.
  9. ↑ Vorderweißenbach, Bezirk Urfahr-Umgebung, Oberösterreich, Österreich. In: denkmalprojekt.org. Abgerufen am 14. Mai 2026.
  10. ↑ Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 127.
  11. ↑ „Bomben … auch über Bernhardschlag und Brunnwald.“ In: Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 119.
  12. ↑ Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 111.
  13. ↑ Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938, S. 566 (findbuch.at [PDF]).
  14. ↑ Land Oberösterreich. Vorderweißenbach. In: gv.at. Abgerufen am 25. Mai 2026.
  15. ↑ Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 370.
  16. ↑ Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 372.
  17. ↑ „Freiwillige Feuerwehr Bernhardschlag“ In: Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 393–394.
  18. ↑ Berhardschlag-Runde – Vorderweißenbach. In: Christian Dullinger, Werner Schnetzer, Michael Strasser: 33 Wege für Geist und Körper. Nordic Walking und Wandern in Oberösterreich. Trauner, Linz 2009, ISBN 978-3-85499-638-5, S. 42–45.