Eberhardschlag

Eberhardschlag (Rotte)
Ortschaft
Katastralgemeinde Amesschlag
Eberhardschlag (Österreich)
Eberhardschlag (Österreich)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Urfahr-Umgebung (UU), Oberösterreich
Gerichtsbezirk Rohrbach
Pol. Gemeinde Vorderweißenbach
Koordinaten 48° 33′ 16″ N, 14° 14′ 31″ OKoordinaten: 48° 33′ 16″ N, 14° 14′ 31″ Of1
f3f0
Einwohner der Ortschaft 96 (1. Jän. 2026)
Fläche d. KG 18,03 km² (31. Dez. 2023)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 12340
Katastralgemeindenummer 45401
Zählsprengel/ -bezirk Vorderweißenbach (41625 001)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; DORIS
f0
f0
96

BW

Eberhardschlag ist eine Ortschaft in der Gemeinde Vorderweißenbach im Bezirk Urfahr-Umgebung in Oberösterreich. Die Ortschaft hat 96 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026).

Geographie

Die Ortschaft Eberhardschlag ist Teil der Katastralgemeinde Amesschlag sowie des Zählsprengels Vorderweißenbach und umfasst 29 Adressen (Stand 1. April 2020).

Die Ortschaft liegt auf einem Hügelrücken zwischen dem Gaisbach im Nordwesten, dem Finsterholzbach im Südwesten und dem Amesschlägerbach im Südosten. Etwa zwei Kilometer ostnordöstlich befindet sich der Sternstein mit der Sternsteinwarte.

Ortsname

Das früheste Schriftzeugnis für den Ortsnamen lautet „Eberhartslag“ und stammt aus dem Jahr 1356, als Reinprecht von Wallsee das Amt Weißenbach mit den Dörfern Bernhardschlag, Weißenbach und Schönegg erhielt, seine Neffen Friedrich, Wolfgang und Heinrich von Walsee hingegen das Amt Leonfelden bekamen, zu dem unter anderem die Dörfer Amesschlag, Eberhardschlag und Gaisschlag gehörten. Der Ortsname geht dabei auf den althochdeutschen Personennamen „Ëburhart“ (mittelhochdeutsch „Ëberhart“) mit dem Grundwort „-schlag“ zurück.

Geschichte

Im Jahr 1776 wurden die Ortschaften Eberhardschlag und Gaisschlag, die zuvor zur Pfarre Leonfelden gehörten hatten, an die Pfarre Vorderweißenbach angegliedert.

Im Jahr 1938 waren in der Ortschaft Eberhardschlag ein Gastwirt, ein Holzwarenerzeuger und sechs Landwirte ansässig.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fand ein Bewohner von Eberhardschlag eine Tellermine und sprengte mit deren Pulver den Wurzelstock einer Esche, dessen Teile bis zum Pfeifenmacherhaus flogen und dort einige Dachplatten einschlugen. Im Jahr 1950 kam der letzte Vorderweißenbacher Kriegsgefangene, Johann Fölser aus Eberhardschlag, nach Hause.

In den 1970er-Jahren wurde die Telefongemeinschaft Amesschlag/Eberhardschlag gegründet, damit deren Mitglieder rascher zu einem privaten Telefonanschluss kommen könnten. Da Eberhardschlag zur Post Vorderweißenbach, Amesschlag aber zur Post Bad Leonfelden gehört, wurde die bald Gemeinschaft getrennt. Nach Errichtung der gewünschten Telefonanschlüsse wurden die Telefongemeinschaften aufgelöst.

Infrastruktur

Unterhalb von Eberhardschlag führt die Böhmerwald Straße (B 38) vorbei, die östlich nach Bad Leonfelden, Freistadt und weiter nach Niederösterreich bzw. westlich nach Vorderweißenbach, Rohrbach und Bayern führt. Im Jahr 1968 wurde ein Neubau der Güterwege Eberhardschlag, Gaisschlag und Stumpten-Spitzwies vorgenommen.

Pfannkapelle und Kreuzweg

Die Pfannkapelle wurde im Jahr 1887 westlich von Eberhardschlag am alten Kirchsteig von Gaisschlag nach Vorderweißenbach errichtet.

Im Jahr 1896 wurde der Kreuzweg von Vorderweißenbach zur Pfannkapelle eingeweiht. Bei der Renovierung des Kreuzweges im Jahr 2001 malte Pfarrer Petrus Mittermüller neue Stationsbilder auf Hinterglas nach fast 200 Jahre alten Motiven aus Buchers in Tschechien. Die Kosten für die Renovierung des Kreuzweges übernahm die Katholische Männerbewegung.

Freizeit

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2026 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2026), (ODS, 500 KB)
  2. ↑ DORIS (Digitales Oberösterreichisches Raum-Informations-System). Land Oberösterreich, Abteilung Geoinformation und Liegenschaft, abgerufen am 4. Februar 2026.
  3. ↑ Statistik Austria (Hrsg.): Ortsverzeichnis Oberösterreich 2001. Verlag Österreich, Wien 2005, ISBN 3-902452-43-9, S. 343 (statistik.at [PDF; abgerufen am 4. Februar 2026]).
  4. ↑ Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen: Österreichisches Adressregister, Stichtagsdaten vom 1.4.2020 (online)
  5. ↑ Erich Trinks (Bearb.): Urkunden-Buch des Landes ob der Enns. Band 7. Wien 1876, CDLVII, S. 463 (archive.org – in dieser Urkunde zu Ottensheim vom 4. Juli 1356 werden die Ortschaften Amesschlag, Bernhardschlag, Eberhardschlag und Gaisschlag erstmals schriftlich erwähnt): „Reinprecht von Wallsee von Ens und seine Vettern Friedrich, Wolfgang und Heinrich, Brüder von Wallsee von Ens, theilen die zur Veste und zu der Grafschaft Waxenberg gehörigen Urbargüter, die ihnen der Herzog von Oesterreich versetzt hatte.“
  6. 1 2 Karl Hohensinner, Peter Wiesinger, unter Mitarbeit von Hermann Scheuringer, Michael Schefbäck: Die Ortsnamen des politischen Bezirkes Urfahr-Umgebung (Mittleres Mühlviertel) (= Ortsnamenbuch des Landes Oberösterreich. Band 10). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2006, ISBN 978-3-7001-3676-7, S. 92, Nr. 10.2.6.4.
  7. ↑ „Teilung der Herrschaft Waxenberg.“ In: Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 194.
  8. ↑ Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 194 und 204 (Im Gegenzug wurden die Ortschaften Brunnwald und Ortschlag von Vorderweißenbach nach Leonfelden umgepfarrt).
  9. ↑ Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938, S. 576 (findbuch.at [PDF]).
  10. ↑ „Gefährliche Spielereien.“ In: Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 129.
  11. ↑ „Die ersten Nachkriegsjahre.“ In: Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 129.
  12. ↑ Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 177.
  13. ↑ Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 372.
  14. ↑ „Der Kreuzweg zur Pfannkapelle.“ In: Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 240–241.