Aydius

Aydius
Aydius (Frankreich)
Aydius (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Pyrénées-Atlantiques (64)
Arrondissement Oloron-Sainte-Marie
Kanton Oloron-Sainte-Marie-1
Gemeindeverband Haut Béarn
Koordinaten 43° 0′ N, 0° 32′ WKoordinaten: 43° 0′ N, 0° 32′ W
Höhe 551–2173 m
Fläche 34,72 km²
Einwohner 102 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 3 Einw./km²
Postleitzahl 64490
INSEE-Code

Blick auf Aydius

Aydius ist eine französische Gemeinde mit 102 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Oloron-Sainte-Marie und zum Kanton Oloron-Sainte-Marie-1 (bis 2015: Kanton Accous).

Der Name in der gascognischen Sprache lautet Aidius.

Geographie

Aydius liegt ca. 30 km südlich von Oloron-Sainte-Marie in einem Seitental des Aspetals, einer der drei Täler des Hoch–Béarn. Die höchste Erhebung im Gebiet der Gemeinde ist der Montagnon d’Iseye (2173 m).

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Sarrance Bielle
Bedous Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Gère-Bélesten
Laruns
Accous

Aydius liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour. Ein Zufluss des Gave d’Aspe, der Gave d’Aydius, oder auch Gabarret oder Gave de Bérangueil genannt, bewässert das Ortsgebiet mit seinen Zuflüssen:

Geschichte

Der Landstrich ist bereits in der Bronzezeit bewohnt, wie eine Grotte beweist, die „Unterschlupf von Gandon-Lassus“ genannt wird und eine Höhlenmalerei aufweist. Bei einer Volkszählung im Jahre 1385 wird das Dorf erstmals erwähnt. Es wurden 30 Haushalte gezählt und vermerkt, dass das Dorf in der Bailliage des Archidiakonats von Aspe liegt. Paul Raymond, Archivar und Historiker des 19. Jahrhunderts, gab an, dass es ein Laienkloster in Abhängigkeit des Vicomtes von Béarn gab.

Es gab Bäder am Ufer des Gave d’Aydius, die von warmen eisenhaltigen Wasser gespeist wurden und Linderung bei rheumatischen Beschwerden, Ischialgie, Rückenschmerzen oder Blutarmut versprachen. Lange Zeit vielbesucht trotz des beschwerlichen Zugangs zum Dorf, sank der Zuspruch um 1920 auf nur noch etwa zwanzig Kunden pro Saison, und nach 1944 wurde der Badebetrieb geschlossen. Erst 1959 wurde das Dorf an den Strom angeschlossen.

Einwohnerentwicklung

Nach dem Höhepunkt von fast 900 Einwohnern in der Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Zahl bis in die heutigen Tage bis unter 100 gesunken. Erst seit der Jahrtausendwende scheint sich dieser Trend aufgrund des aufkommenden Tourismus leicht umzukehren.

Jahr196219681975198219901999200620092023
Einwohner988894677480100101102
EinwohnerJahr020040060080010001750180018501900195020002050Aydius
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006, INSEE ab 2009

Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Saint-Martin in Aydius

Wirtschaft und Infrastruktur

Aydius liegt in der Zone AOC des Ossau-Iraty, eines traditionell hergestellten Schnittkäses aus Schafmilch.

Landwir...IndustrieBaugewerbeHandel ...Öffentliche Verwa...Landwirtschaft Forstwirtschaft FischereiIndustrieBaugewerbeHandel Transport sonstige DienstleistungenÖffentliche Verwaltung Lehre Gesundheit Sozialwesen
Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2014
Gesamt = 17

Verkehr

Die einzige Verbindung zum französischen Straßennetz ist die Route départementale 237, die als Stichstraße vom Aspetal hinauf in das Dorf führt.

Persönlichkeiten

Pierre Loustaunau (geboren 1754 in Aydius, gestorben 1841 in Syrien). Sein Lebensweg begann als einfacher Schäfer. Mit 23 Jahren verkaufte er seine Herde und schiffte nach dem Senegal ein. Allerdings verschlug es ihn bei dieser Reise über Cayenne nach Kalkutta. Weil er zu dem Zeitpunkt mittellos war, schloss er sich der Armee des Rajas an und erlangte das Vertrauen des Prinzen von Scindia, der ihn zum General beförderte. Er kämpfte gegen englische Truppen und erlangte eine gewisse Bekanntheit. 1795 kehrte er reich entlohnt für seine Dienste nach Frankreich zurück, wo ein großer Teil dieses Reichtums bald verloren ging. Allerdings konnte sich Loustaunau von einem gebliebenen Rest zwei Häuser in Pau und Tarbes sowie Eisenminen im Aspetal kaufen. Ein Überfall spanischer Truppen zerstörte jedoch seinen gesamten Besitz. Fortan irrte er in Spanien herum und schiffte sich schließlich nach dem Orient ein, wo er ins Gefängnis kam und in die Sklaverei abrutschte. Er konnte fliehen und fand Zuflucht bei Hester Stanhope, die in einem autonomen Gebiet bei Palmyra herrschte. Dort starb er mit 87 Jahren in ärmlichen Verhältnissen.

Commons: Aydius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Aydius. Gasconha.com, abgerufen am 8. Februar 2017 (französisch).
  2. ↑ géoportail - Aydius. Institut national de l’information géographique et forestière, abgerufen am 8. Februar 2017 (französisch).
  3. ↑ Ma commune : Aydius. Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne, abgerufen am 8. Februar 2017 (französisch).
  4. ↑ Grotte préhistorique dénommée abri Gandon-Lassus in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  5. ↑ Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées. In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale, 1863, S. 15,18, abgerufen am 8. Februar 2017 (französisch).
  6. ↑ Aydius. Visites en Aquitaine, archiviert vom Original am 8. Februar 2017; abgerufen am 4. August 2021 (französisch).
  7. ↑ Notice Communale Aydius. EHESS, abgerufen am 8. Februar 2017 (französisch).
  8. ↑ Populations légales 2014 Commune d’Aydius (64085). INSEE, abgerufen am 8. Februar 2017 (französisch).
  9. ↑ église paroissiale Saint-Martin in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  10. ↑ Conseil régional d’Aquitaine: Eglise Saint-Martin. Visites en Aquitaine, archiviert vom Original am 8. Februar 2017; abgerufen am 4. August 2021 (französisch).
  11. ↑ Conseil régional d’Aquitaine: Retable de l’église Saint-Martin. Visites en Aquitaine, archiviert vom Original am 11. Februar 2017; abgerufen am 4. August 2021 (französisch).
  12. ↑ Maison Ichante in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  13. ↑ Conseil régional d’Aquitaine: Maison Ichante. Visites en Aquitaine, archiviert vom Original am 8. Februar 2017; abgerufen am 4. August 2021 (französisch).
  14. ↑ Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher-un-produit. Institut national de l’origine et de la qualité, archiviert vom Original am 19. Januar 2017; abgerufen am 19. Oktober 2017 (französisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  15. ↑ Caractéristiques des établissements en 2014 Commune d’Aydius (64085). INSEE, archiviert vom Original am 11. Februar 2017; abgerufen am 4. August 2021 (französisch).
  16. ↑ Conseil régional d’Aquitaine: Pierre Loustaunau. Visites en Aquitaine, archiviert vom Original am 8. Februar 2017; abgerufen am 4. August 2021 (französisch).
  17. ↑ Pierre Loustaunau. Offices de Tourisme des Pyrénées Béarnaises, abgerufen am 8. Februar 2017 (französisch).