Reichertswinn Stadt Velburg | |
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| Koordinaten: | 49° 16′ N, 11° 40′ O |
| Höhe: | 540 m ü. NHN |
| Einwohner: | 207 (Jan. 2024) |
| Eingemeindung: | 1. April 1971 |
| Postleitzahl: | 92355 |
| Vorwahl: | 09182 |
Reichertswinn ist ein Gemeindeteil der Stadt Velburg im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern und eine Gemarkung.
Der Weiler befindet sich ca. 3 km nördlich von Velburg in Richtung Lauterhofen in direkter Nähe des Truppenübungsplatzes Hohenfels. Der Ort im Oberpfälzer Jura der Fränkischen Alb liegt in einer Senke auf 540 m ü. NHN zwischen den Erhebungen Ratzenberg, Sommertsberg, Wolfersberg, Wildenberg, Büchelberg und Kurzberg. Reichertswinn liegt an der Kreisstraße NM 1 zwischen Kirchenwinn im Norden und Sommertshof im Süden.
Die Gemarkung Reichertswinn hat eine Fläche von 15,449 km². Sie ist in 880 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 17555,80 m² haben. In der Gemarkung liegen die Gemeindeteile Diesenhof, Distlhof, Kirchenwinn, Reichertswinn, Richterhof, Sankt Colomann, Sankt Wolfgang und Sommertshof.
Reichertswinn wurde wie die anderen „Winn“-Orte in der Umgebung (Kirchenwinn, Walkertswinn (heute St. Colomann), Breitenwinn, Krumpenwinn) zwischen 900 und 1000 n. Chr. von den Karolingern vermutlich als Ansiedlung kriegsgefangener Wenden vom Königshof Lauterhofen aus gegründet.
Der Ort ist erstmals 1373 als „Reicholtzwinden“ genannt, als die Ehrenfelser als Besitzer der Herrschaft Helfenberg wie schon im Vorjahr Teile ihrer Herrschaft an Pfalzgraf Ruprecht verpfändeten. Als Dienstmannengeschlecht in der Herrschaft Helfenberg erscheinen im 14. Jahrhundert die „Reicheltzwinder“; sie verkauften 1381 ihre halbe Mühle zu Lengenfeld an den Pfalzgrafen. Um 1400/10 besaß das Kloster Kastl in Reichertswinn eine Hube und zwei Lehen, auf denen um 1500 die Untertanen Osterman, Kneusler und Neydler saßen. Im Salbuch der Herrschaft Helfenberg von 1622 sind 3 Reichertswinner Höfe und 4 Güter aufgelistet. Dabei blieb es bis zum Ende des Alten Reiches um 1800.
Im neuen Königreich Bayern (1806) wurden zunächst Steuerdistrikte aus jeweils mehreren Orten gebildet. Dem Steuerdistrikt Reichertswinn im Landgericht Parsberg (dem späteren Bezirksamt bzw. Landkreis Parsberg), gehörten die beiden Dörfer Reichertswinn und Kirchenwinn sowie die Einöde Distlhof an. Mit dem zweiten Gemeindeedikt von 1818 wurde dieser Steuerdistrikt in unverändertem Umfang die Ruralgemeinde Reichertswinn. 1830 wurde zu dieser die Gemeinde St. Wolfgang mit den Ortschaften St. Wolfgang, St. Colomann, Richterhof, Diesenhof und Sommertshof gelegt. Eine weitere Änderung gab es 1952, als aus der wegen der Erweiterung des Truppenübungsplatzes aufgelösten Gemeinde Griffenwang die Einöde Neudiesenhof nach Reichertswinn umgemeindet wurde. Mit diesem Bestand wurde die Gemeinde im Zuge der Gebietsreform in Bayern am 1. Mai 1971 in die Stadt Velburg eingemeindet, die bei der Auflösung des Landkreises Parsberg im Jahr 1972 in den vergrößerten Landkreis Neumarkt i. d. Opf. eingegliedert wurde.
Auf dem Gemeindegebiet lagen Hohllöcher, das Zigeunerloch und die König-Otto-Tropfsteinhöhle.
Durch die Erweiterung des Truppenübungsplatzes 1952 wurde die Pfarrei Pielenhofen aufgelöst, und Reichertswinn, das bis dahin dieser Pfarrei angehörte, wurde nach Velburg umgepfarrt. Es wechselte so vom Bistum Regensburg zum Bistum Eichstätt.