| Ajat Ajac d’Auba Ròcha | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Sarlat-la-Canéda | |
| Kanton | Le Haut-Périgord noir | |
| Gemeindeverband | Terrassonnais Haut Périgord Noir | |
| Koordinaten | 45° 9′ N, 1° 1′ O | |
| Höhe | 148–284 m | |
| Fläche | 21,95 km² | |
| Einwohner | 307 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 14 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24210 | |
| INSEE-Code | 24004 | |
Ajat – Ansicht von Südosten | ||
Ajat (Aussprache [aˈʒa], okzitanisch Ajac d’Auba Ròcha) ist eine aus mehreren Weilern (hameaux) und Einzelgehöften bestehende südfranzösische Gemeinde mit 307 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Terrassonnais Haut Périgord Noir. Die Bewohner werden Ajacois und Ajacoises genannt.

Ajat liegt etwa 24 Kilometer ostsüdöstlich von Périgueux, etwa 41 Kilometer westlich von Brive-la-Gaillarde und etwa 34 Kilometer nordwestlich von Sarlat-la-Canéda in der Région naturelle des Périgord noir, Teil des gleichnamigen, touristisch benannten Landesteils. Die Gemeinde befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Manoire, der sie im Süden auf einem relativ kurzen Abschnitt begrenzt, sowie von zwei kleinen, endorheischen Wasserläufen.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Ajat liegt in der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat.
Die Gemeinde ist Teil einer hügeligen Landschaft mit Erhebungen in der Regel über 200 m. Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit 148 m im äußersten Nordwesten an der Grenze zur Nachbargemeinde Brouchaud. Der höchste Punkt mit 284 m befindet sich im Süden nahe des Weilers La Garde. Der Ortskern befindet sich auf etwa 202 m Meereshöhe.
Rund 67 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, etwa 33 % werden landwirtschaftlich, zumeist heterogen, genutzt.
Ajat wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:
| Brouchaud | Gabillou | Sainte-Orse |
| Limeyrat | Azerat | |
| Fossemagne | Thenon |

Naturrisiken manifestieren sich in Ajat als
Beim gesamten Gemeindegebiet besteht eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte. Wie die Risikokarte zeigt, ist der gesamte südliche Teil von Ajat und insgesamt zu 32,7 % seines Gemeindegebietes relativ stark von der Gefahr durch Bodensetzungen betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.
Der Ursprung des Ortsnamens geht auf den gallorömischen Eigennamen Avitius oder Apicius zurück.
Das Dorf gehörte im 13. Jahrhundert dem Templerorden. Im Weiler Bauzens gibt es Überbleibsel der Abtei Carcassou, die von Tourtoirac abhängig war. Die romanische Kirche Saint-Martin datiert aus einer früheren Zeit, jedoch erinnert ein Dolmen an die Besiedelung des Landstrichs in noch früherer Zeit.
Der Name des Dorfes wurde in der Mitte des 12. Jahrhunderts erwähnt, latinisiert als Apsacum und Abzacum (1158). Vor dem 18. Jahrhundert scheint Ajat in den Schriften unerwähnt. 1760 hatte der Name die Formen Ajac und Abjat. Auf der Carte de Cassini ist das Dorf als Ajat d’Hautefort eingetragen. Der Wechsel von -t nach -c und umgekehrt trat oft auf. 1793 trug die Gemeinde den Namen Abjat, 1801 den Namen Abjac.
1793 wurde die Gemeinde Bauzens eingemeindet, deren Name aus dem okzitanischen bauç (deutsch Steilhang) abgeleitet ist.
| Ajat: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 805 | |||
| 1800 | 766 | |||
| 1806 | 823 | |||
| 1821 | 877 | |||
| 1831 | 902 | |||
| 1836 | 906 | |||
| 1841 | 908 | |||
| 1846 | 957 | |||
| 1851 | 959 | |||
| 1856 | 884 | |||
| 1861 | 869 | |||
| 1866 | 856 | |||
| 1872 | 829 | |||
| 1876 | 858 | |||
| 1881 | 877 | |||
| 1886 | 847 | |||
| 1891 | 830 | |||
| 1896 | 743 | |||
| 1901 | 688 | |||
| 1906 | 682 | |||
| 1911 | 665 | |||
| 1921 | 586 | |||
| 1926 | 546 | |||
| 1931 | 517 | |||
| 1936 | 513 | |||
| 1946 | 419 | |||
| 1954 | 368 | |||
| 1962 | 352 | |||
| 1968 | 306 | |||
| 1975 | 301 | |||
| 1982 | 297 | |||
| 1990 | 275 | |||
| 1999 | 281 | |||
| 2006 | 301 | |||
| 2013 | 345 | |||
| 2020 | 285 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999, INSEE ab 2006 Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Der kontinuierliche Bevölkerungsrückgang seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist im Wesentlichen auf die Reblauskrise im Weinbau und die zunehmende Mechanisierung der Landwirtschaft und den damit einhergehenden Verlust an Arbeitsplätzen zurückzuführen.
Der Ort und seine Umgebung waren jahrhundertelang landwirtschaftlich geprägt; die meisten Menschen lebten als Selbstversorger von den Erträgen ihrer Felder und Gärten; auch Viehzucht und Weinbau wurden betrieben (siehe Ortswappen). Im Ort selbst ließen sich Handwerker, Kleinhändler und Dienstleister aller Art nieder. Seit den 1960er Jahren spielt der Tourismus in Form der Vermietung von Ferienwohnungen (gîtes) eine nicht unbedeutende Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde.
Im Jahre 2022 waren 127 Personen in Ajat erwerbstätig, entsprechend 42,3 % der Gesamtbevölkerung der Gemeinde. Die Zahl der Arbeitslosen ist mit 11 im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (27).
25 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Ajat wirtschaftlich aktiv:
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 25 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 1 | 4 % |
| Baugewerbe | 5 | 20 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 6 | 24 % |
| Information und Kommunikation | 1 | 4 % |
| Immobilien | 3 | 12 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 5 | 20 % |
| Andere Dienstleistungen | 4 | 16 % |
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft auf der Haltung von Schweinen und Geflügel. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 24 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 und 2000 auf 17 im Jahr 2010 und schließlich auf 7 im Jahr 2020, ein Rückgang von 71 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche sank von 614 Hektar im Jahre 1988 auf 352 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 25,6 Hektar auf 50,2 Hektar.
Ajat liegt in den Zonen AOC und geschützte Ursprungsbezeichnung (AOP) der Noix du Périgord, der Walnüsse des Périgord, und des Nussöls des Périgord.
Die Autoroute A 89 La Transeuropéenne von Brive-la-Gaillarde nach Libourne in der Nähe von Bordeaux durchquert das Gebiet der Gemeinde von Ost nach West ohne Anschlussstelle.
Die Hauptverkehrsachse von Ajat bildet die Departementsstraße D 68, die in nördlicher Richtung nach Sorges et Ligueux en Périgord über Brouchaud führt, in südöstlicher Richtung nach Thenon. Lokale Landstraßen verbinden Ajat mit weiteren Nachbargemeinden. Die zur Departementsstraße D 6089 herabgestufte ehemalige Route nationale 89 durchquert das südliche Gebiet der Gemeinde auf einem Abschnitt von etwa 1,5 Kilometer Länge.
Die Bahnstrecke Coutras–Tulle durchquert die Gemeinde ohne Haltepunkt.