Peyrignac

Peyrignac
Peyrignac (Frankreich)
Peyrignac (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Sarlat-la-Canéda
Kanton Le Haut-Périgord noir
Gemeindeverband Terrassonnais Haut Périgord Noir
Koordinaten 45° 9′ N, 1° 12′ OKoordinaten: 45° 9′ N, 1° 12′ O
Höhe 107–308 m
Fläche 6,30 km²
Einwohner 577 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 92 Einw./km²
Postleitzahl 24210
INSEE-Code
Website peyrignac.fr

Peyrignac (Aussprache [peʁiˈɲak], okzitanisch Pairinhac) ist eine französische Gemeinde mit 577 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Terrassonnais Haut Périgord Noir. Die Bewohner werden Peyrignacois und Peyrignacoises genannt.

Geografie

Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Peyrignac liegt etwa 37 Kilometer östlich von Périgueux, etwa 30 Kilometer nördlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 65 Kilometer nordöstlich von Bergerac am östlichen Rand des Départements am Übergang der Landschaft des Périgord central zum Périgord noir. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von den Flüsschen Taravellou, Nuelle und Forêt sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Peyrignac liegt auf der äußersten nordöstlichen Geländestufe, die den letzten Ausläufer des Zentralmassivs bildet und aus kristallinen Gesteinen besteht, die im Paläozoikum, vor dem Karbon, entstanden sind. Die im Gemeindegebiet zutage tretenden Schichten bestehen aus oberflächennahen Bildungen aus Quartär sowie aus Sedimentgesteinen, die teils dem Känozoikum entstammen, andere dem Mesozoikum und dem Paläozoikum.

Das Gemeindegebiet von Peyrignac erstreckt sich über eine besonders nach Nordwesten und Südosten hin bewaldete Hügellandschaft, deren Erhebungen Höhen über 200 m, im Norden über 300 m, erreichen. Sie wird begrenzt von den Tälern der erwähnten Flüsschen und des Cern, der südlich von Peyrignac vorbeifließt. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 308 m Höhe im äußersten Norden an der Grenze zur Nachbargemeinde Châtres in der Nähe des Lieu-dits Cheyrat. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Süden mit 107 m an der Grenze zur Nachbargemeinde La Bachellerie nahe des Weilers Robinson. Das Zentrum liegt auf etwa 193 m Höhe.

Rund 58 % werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen, genutzt, rund 29 % sind bewaldet, rund 13 % entfallen auf bebaute Flächen, rund 1 % auf Industrie-, Gewerbe- und Verkehrsflächen.

Peyrignac wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:

Châtres Villac
Saint-Rabier Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Beauregard-de-Terrasson
La Bachellerie Le Lardin-Saint-Lazare

Natürliche Risiken

Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Peyrignac

Natürliche Risiken manifestieren sich in Peyrignac als

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982, 1983 und 1999 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

Obwohl das Gemeindegebiet in erster Linie an den Gemeindegrenzen bewaldet ist, besteht in großen Teilen zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern. Die Wälder der Départements der ehemaligen Regionen Aquitanien und Poitou-Charentes gelten als besonders brandgefährdet. Für diese Gebiete wurde ein départements- oder départementsübergreifender Plan zum Schutz der Wälder vor Bränden entwickelt.

Wie die Risikokarte zeigt, ist etwa ein Viertel des Gemeindegebiets, im Wesentlichen im Norden und im Süden, von einer mittleren Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Seit dem 1. Oktober 2020 werden in Anwendung des Gesetzes über die Entwicklung von Wohnraum, Entwicklung und digitale Technologie verschiedene Beschränkungen für Verkäufer, Projektleiter oder Bauherren von Immobilien in einem als mittel- oder hochgefährdet eingestuften Gebiet auferlegt.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.

In einigen Teilen des Landes kann Radon, das sich in manchen Häusern und anderen Gebäuden ansammelt, eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Laut der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde der Zone 2 von 3 zugeordnet, was bedeutet, dass dort ein mittleres Radonpotenzial besteht. Technische Lösungen zur Reduktion der Radonexposition sollten individuell für jedes Gebäude ausgewählt und angepasst werden. Nach der Umsetzung dieser Maßnahmen wird empfohlen, deren Wirksamkeit durch erneute Radonmessungen zu überprüfen.

Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Petit-Bersac besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürze anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.

Etymologie und Geschichte

Der Name des Dorfes erschien erstmals im 13. Jahrhundert in der latinisierten Form Peyrinhacum, wobei die Buchstabengruppe -nh- wie bei -gn- ausgesprochen wird. Er hat als Ursprung einen gallorömischen Personennamen, Patrinius, gefolgt vom Suffix -acum als Eignertitel (somit Patriniacum, Anwesen des Patrinius). Patrinius ist abgeleitet vom lateinischen patrinus (deutsch (Tauf-)pate), das selbst von pater (deutsch Vater) kommt.

Die Siedlung existiert bereits seit der Antike. Ursprünglich befand sich hier ein römisches Militärlager. Das in erhöhter Lage befindliche Dorf Peyrignac nahm eine strategische Position ein. Im 15. Jahrhundert wurde es daher zu einem englischen Militärstützpunkt, wovon das Schloss La Chapoulie zeugt, dessen Türme von den englischen Besatzern errichtet wurden.

In jüngerer Zeit war die Geschichte von Peyrignac vom Weinbau geprägt. Das Gebiet eignete sich hervorragend für den Anbau von Weinreben, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts 50 % der Gemeindefläche (mehr als 300 Hektar) einnahmen und sich über den Großteil der Hügel zwischen Châtres und dem Tal des Cern erstreckten. Über ein Jahrhundert lang wurden diese Weinberge bewirtschaftet. Die dort erzeugten Weine genossen einen Ruf, der weit über die Grenzen des Départements hinausreichte. Sie standen sogar kurz davor, eine geschützte Herkunftsbezeichnung (Appellation Contrôlée) zu erhalten. Der Weinbau wurde jedoch weitgehend durch die Reblaus vernichtet. Heute nehmen die Weinberge nur noch eine Fläche von wenigen Hektar ein.

Bevölkerungsentwicklung

Peyrignac: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
  
453
1800
  
534
1806
  
546
1821
  
559
1831
  
601
1836
  
604
1841
  
600
1846
  
572
1851
  
588
1856
  
607
1861
  
607
1866
  
612
1872
  
557
1876
  
597
1881
  
537
1886
  
530
1891
  
501
1896
  
420
1901
  
501
1906
  
510
1911
  
499
1921
  
415
1926
  
400
1931
  
392
1936
  
385
1946
  
351
1954
  
334
1962
  
299
1968
  
311
1975
  
357
1982
  
389
1990
  
372
1999
  
394
2006
  
495
2013
  
551
2020
  
574
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999, INSEE ab 2006
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

Bildung

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule (École élémentaire) mit 14 Schülerinnen und Schülern in einer Klasse (2025).

Wirtschaft

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2023 waren 254 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Peyrignac erwerbstätig, entsprechend 78,1 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (78,7 %) etwas höher war als bei den Frauen (77,4 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 27 Personen im Jahr 2023 niedriger als im Jahr 2017 (32). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 12,4 % (2017) auf 10,7 % (2023). Die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen sank in diesem Zeitraum von 28,6 % auf 17,4 %.

Branchen und Betriebe

39 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2024 in Peyrignac wirtschaftlich aktiv:

BrancheAnzahl%
Fertigung, Bergbau und andere Industrien717,9 %
Baugewerbe923,1 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie923,1 %
Finanzen und Versicherungen25,1 %
Immobilien12,6 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten512,8 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln12,6 %
Andere Dienstleistungen512,8 %
Gesamt39

Landwirtschaft

Peyrignac liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetrieben in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 19 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 12 im Jahr 2000, auf 11 im Jahr 2010 und auf 3 im Jahr 2020 zurück, insgesamt ein Rückgang von 84,2 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 315 Hektar im Jahre 1988 auf 158 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg beträchtlich von 16,6 Hektar auf 52,8 Hektar.

Verkehr

Die Autobahn A 89 La Transeuropéenne von Brive-la-Gaillarde nach Libourne in der Nähe von Bordeaux durchquert das südliche Gemeindegebiet ohne eigene Anschlussstelle. Die zur Departementsstraße D 6089 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 89 von Lyon nach Bordeaux verläuft an der südlichen Gemeindegrenze. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und den Nachbargemeinden.

Literatur

Commons: Peyrignac – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 28. Oktober 2026 (französisch).
  2. ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 13. Mai 2026 (französisch).
  3. 1 2 Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 28. Oktober 2026 (französisch).
  4. ↑ Plans de Protection des Forêts Contre les Incendies (französisch) (Memento vom 8. September 2025 im Internet Archive)
  5. ↑ Plans Départementaux et Inter-Départementaux de Protection des Forêts contre les Incendies (französisch) (Memento vom 14. Juli 2026 im Internet Archive)
  6. ↑ Retrait-gonflement des argiles dans la construction. Ministerium für ökologischen Wandel, Regionalplanung, Verkehr, Stadt und Wohnen, 9. April 2026, abgerufen am 28. Oktober 2026 (französisch).
  7. ↑ Natürliche Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität und internationale Verhandlungen über Klima und Natur, abgerufen am 28. Oktober 2026 (französisch).
  8. ↑ Siehe Tanet, Hordé, Seiten 264–265
  9. 1 2 L’historique. Gemeinde Peyrignac, abgerufen am 28. Oktober 2026 (französisch).
  10. ↑ Peyrignac (französisch) (Memento vom 9. September 2016 im Internet Archive)
  11. ↑ Notice Communale Peyrignac (französisch) (Memento vom 29. Dezember 2024 im Internet Archive)
  12. ↑ Populations légales 2006, Populations légales 2013, Populations légales 2020, INSEE, abgerufen am 28. Oktober 2026
  13. ↑ École élémentaire. Nationales Bildungsministerium, abgerufen am 28. Oktober 2026 (französisch).
  14. 1 2 Dossier complet - Commune de Peyrignac (24324). INSEE, abgerufen am 28. Oktober 2026 (französisch).
  15. ↑ Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit. Institut national de l’origine et de la qualité, abgerufen am 28. Oktober 2026 (französisch).
  16. ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 28. Oktober 2026 (französisch).
  17. ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Peyrignac. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 28. Oktober 2026 (französisch).
  18. ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 28. Oktober 2026 (französisch).
  19. ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 28. Oktober 2026 (französisch).