Monplaisant

Monplaisant
Mont Plasent
Monplaisant (Frankreich)
Monplaisant (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Sarlat-la-Canéda
Kanton Vallée Dordogne
Gemeindeverband Vallée de la Dordogne et Forêt Bessède
Koordinaten 44° 47′ N, 1° 0′ OKoordinaten: 44° 47′ N, 1° 0′ O
Höhe 65–193 m
Fläche 5,56 km²
Einwohner 265 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 48 Einw./km²
Postleitzahl 24170
INSEE-Code
Website www.monplaisant.fr

Bürgermeisteramt (Mairie)

Monplaisant (Aussprache [mɔ̃plɛˈzɑ̃], okzitanisch Mont Plasent) ist eine französische Gemeinde mit 265 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Vallée de la Dordogne et Forêt Bessède. Die Bewohner werden Monplaisanais und Monplaisanaises genannt.

Geografie

Ehemalige Spinnerei, die vom Wasser der Nauze angetrieben wurde
Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Monplaisant liegt etwa 49 Kilometer südsüdöstlich von Périgueux, etwa 21 Kilometer südwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 41 Kilometer ostsüdöstlich von Bergerac in der Landschaft des Périgord noir im gleichnamigen, touristisch benannten Landesteil. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Nauze, die es im Osten begrenzt, und vom Flüsschen Raunel.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Monplaisant liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteine teils aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine insgesamt wenig bewaldete Hügellandschaft, die durch die Täler der Nauze und des Raunel eingeschnitten wird. Der topografisch höchste Punkt liegt im äußersten Westen mit 193 m Höhe in der Nähe des Lieu-dit Bonarme an der Grenze zur Nachbargemeinde Urval. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Nordosten mit 65 m Höhe beim Zusammenfluss von Nauze und Raunel und dem Austritt der Nauze aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum bei der Ortskirche liegt auf etwa 163 m Höhe.

Rund 71 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, hauptsächlich als Grünland, genutzt, etwa 28 % sind bewaldet, etwa 1 % entfällt auf bebaute Flächen.

Monplaisant wird von folgenden fünf Gemeinden umgeben:

Siorac-en-Périgord
Urval Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Sagelat
Saint-Pardoux-et-Vielvic Pays de Belvès

Klima

Die vorherrschenden klimatischen Bedingungen in Monplaisant sind durch warme und gemäßigte Temperaturen gekennzeichnet. In der Gemeinde ist das ganze Jahr über Niederschlag zu verzeichnen, und selbst im trockensten Monat Juli gibt es noch erhebliche Niederschläge. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Monplaisant beträgt 13,2 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,4 °C, die höchste im Juli und im August mit 21,4 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen 867 mm.

Natürliche und technologische Risiken

Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Monplaisant

Naturrisiken manifestieren sich in Monplaisant als

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982, 1993, 1999, 2005 und 2008 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

Obwohl das Gemeindegebiet mit vergleichsweise wenig Wald bedeckt ist, besteht im gesamten Gemeindegebiet zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.

Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa 17 % des Gemeindegebiets von einer mittleren, im Westen teilweise auch von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr wird als niedrig eingestuft, das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Monplaisant besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind, als Ablösung von Steinen und Blöcken durch die Einwirkung von Erosion, Witterungsbedingungen und Wurzelsystemen auf die felsigen Hänge, sowie von Erdrutschen, mehr oder weniger langsamen Bewegungen von Hanglagen, bei denen sich das Erdreich ablöst. Ihr Auftreten hängt von der Bodenart, dem Hangwinkel und den Wetterbedingungen ab.

Die Gemeinde liegt flussabwärts des Staudamms Bort-les-Orgues im Département Corrèze, einem Bauwerk der Klasse A (Höhe des Stauwehrs ≥ 20 Meter), das seit 2009 einem sog. Spezifischen Interventionsplan (PPI) unterliegt. Dieser findet Anwendung bei diesem Staudamm der Klasse A mit einem Stauseevolumen von über 15 Millionen m3. Er ist ein Notfallplan, der die Maßnahmen zur Alarmierung der Behörden und der Bevölkerung, die Organisation der Hilfsmaßnahmen und die Umsetzung von Evakuierungsplänen detailliert beschreibt. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Gemeinde von der Hochwasserwelle betroffen sein wird, die durch den Bruch dieses Bauwerks entstünde.

Etymologie und Geschichte

Der Name des Dorfes erschien erstmals im Jahr 1095 in der Schreibweise Mont Plaisan und wurde zu Munplacens im Jahr 1156. Der Name kannte danach einige Varianten, Monplazenc im 13. Jahrhundert und Mons Plasenc im Jahr 1478. Er entwickelte sich i, Okzitanischen als Zusammensetzung von mont, hervorgegangen aus dem lateinischen mons, montis (deutsch Berg, Gebirge), und von plasent, französisiert zu plaisant. Dieses Adjektiv ist das Participe présent von plàser, das vom lateinischen placere (deutsch gefällig) kommt.

In den Weilern Branchat, Cassagne und Gurmehil wurden prähistorische Stätten entdeckt, die eine sehr frühe menschliche Besiedlung dieser Gebiete im Périgord Noir belegen.

Bereits im 14. Jahrhundert (dokumentiert um 1305) gehörten die Kirche und der Ort Monplaisant zur mächtigen Abtei Fongauffier. Während der Französischen Revolution wurde die Abtei komplett zerstört.

Die Gemeinde verdankt ihren Namen ihrer reizvollen Lage und der Anmut ihrer Landschaft. Im Jahr 1626 bestand eine Bruderschaft aus Männern und Frauen, die jährlich eine Königin und einen König wählten. Das Fest wurde mit großem Pomp gefeiert, und die Ernennungen gingen an jene Person, die die größte Menge Wachs für die Kirche stiftete.

Die Änderung des Ortsnamens von Montplaisant zu Monplaisant erfolgte durch Beschluss des Conseil d’État vom 4. Mai 1985 (Problem der Identifizierung auf verschiedenen Dokumenten, die entweder mit einem zentralen -t- oder ohne -t- geführt wurden).

Bevölkerungsentwicklung

Monplaisant: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
  
404
1800
  
431
1806
  
416
1821
  
309
1831
  
357
1836
  
367
1841
  
407
1846
  
431
1851
  
406
1856
  
439
1861
  
427
1866
  
434
1872
  
428
1876
  
416
1881
  
402
1886
  
367
1891
  
334
1896
  
323
1901
  
310
1906
  
313
1911
  
301
1921
  
273
1926
  
267
1931
  
261
1936
  
263
1946
  
244
1954
  
233
1962
  
222
1968
  
211
1975
  
202
1982
  
218
1990
  
216
1999
  
251
2006
  
265
2013
  
275
2020
  
289
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999, INSEE ab 2006
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Pfarrkirche Saint-Jean-Baptiste und Pfarrhaus

Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2023 waren 127 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Monplaisant erwerbstätig, entsprechend 82,1 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (81,7 %) niedriger war als bei den Frauen (82,6 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit sieben Personen im Jahr 2023 niedriger als im Jahr 2017 (20). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 16,1 % (2017) auf 5,4 % (2023). Die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen sank in diesem Zeitraum von 41,7 % auf 0 %.

Branchen und Betriebe

35 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2024 in Monplaisant wirtschaftlich aktiv:

BrancheAnzahl%
Fertigung, Bergbau und andere Industrien12,9 %
Baugewerbe514,3 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie720,0 %
Finanzen und Versicherungen25,7 %
Immobilien411,4 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten1234,3 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln38,6 %
Andere Dienstleistungen12,9 %
Gesamt35

Landwirtschaft

Monplaisant liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde stieg von 10 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 11 im Jahr 2000 und sank auf 9 im Jahr 2010 und auf 6 im Jahr 2020, ein Rückgang von 40 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 148 Hektar im Jahre 1988 auf 240 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg deutlich von 14,8 Hektar auf 39,9 Hektar.

Verkehr

Die zur Departementsstraße D 710 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 710 von Périgueux nach Fumel verläuft entlang der östlichen Gemeindegrenze. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum von Monplaisant mit den Weilern der Gemeinde und mit Nachbargemeinden.

Die Bahnstrecke Niversac–Agen verläuft ebenfalls entlang der östlichen Gemeindegrenze ohne Haltepunkt.

Literatur

Commons: Monplaisant – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Esprit de Pays, abgerufen am 11. September 2026 (französisch).
  2. ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 11. September 2026 (französisch).
  3. ↑ Klima Monplaisant. Climate-Data.org, abgerufen am 11. September 2026.
  4. ↑ Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 11. September 2026 (französisch).
  5. ↑ Natürliche und technologische Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 11. September 2026 (französisch).
  6. ↑ Siehe Tanet, Hordé, Seite 228
  7. 1 2 Commune Monplaisant. Gemeindeverband Communauté de communes Vallée de la Dordogne et Forêt Bessède, abgerufen am 11. September 2026 (französisch).
  8. ↑ Maude Lemaire: Le Village de Monplaisant. Les 13 communes, 16. November 2013, abgerufen am 11. September 2026 (französisch).
  9. ↑ Notice Communale Monplaisant. EHESS, abgerufen am 11. September 2026 (französisch).
  10. ↑ Populations légales 2006, Populations légales 2013, Populations légales 2020, INSEE, abgerufen am 11. September 2026
  11. 1 2 Dossier complet - Commune de Monplaisant (24293). INSEE, abgerufen am 11. September 2026 (französisch).
  12. ↑ Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit. Institut national de l’origine et de la qualité, abgerufen am 11. September 2026 (französisch).
  13. ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 11. September 2026 (französisch).
  14. ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Monplaisant. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 11. September 2026 (französisch).
  15. ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 11. September 2026 (französisch).
  16. ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 11. September 2026 (französisch).