| Mazeyrolles Maseiròlas | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Sarlat-la-Canéda | |
| Kanton | Vallée Dordogne | |
| Gemeindeverband | Domme Villefranche-du-Périgord | |
| Koordinaten | 44° 41′ N, 1° 1′ O | |
| Höhe | 169–308 m | |
| Fläche | 29,65 km² | |
| Einwohner | 307 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 10 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24550 | |
| INSEE-Code | 24263 | |
Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Mazeyrolles (Aussprache [mazeˈʁɔl], okzitanisch Maseiròlas) ist eine südfranzösische Gemeinde mit 307 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes de Domme Villefranche-du-Périgord. Die Bewohner werden Mazeyrollais und Mazeyrollaises genannt.

Mazeyrolles liegt etwa 60 Kilometer südsüdöstlich von Périgueux, etwa 28 Kilometer südwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 46 Kilometer ostsüdöstlich von Bergerac im Südosten des Départements an der Grenze zum benachbarten Département Lot-et-Garonne. Die Gemeinde befindet sich in der Landschaft des Périgord noir im gleichnamigen, touristisch benannten Landesteil. Sie befindet sich in den Einzugsgebieten der Dordogne und der Garonne und wird entwässert von der zeitweise trockenfallenden Nauze, die im nördlichen Gemeindegebiet entspringt, von den Flüsschen Briolance und Ménaurie.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Mazeyrolles liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakustrischen Kalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen, teils aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine recht bewaldete Hügellandschaft auf mit Erhebungen meist über 250 m Höhe. Der topografisch höchste Punkt mit 308 m Höhe befindet sich im äußersten Norden in der Nähe des Lieu-dit les Fargues nahe der Grenze zu den Nachbargemeinden Sainte-Foy-de-Belvès und Orliac. Der niedrigste Punkt ist mit 169 m im Norden beim Austritt der Nauze aus dem Gemeindegebiet zu finden. Mazeyrolles besitzt kein eigentliches Zentrum. Die Kirche liegt im Weiler Mazeyrolles, das Bürgermeisteramt rund zwei Kilometer nördlich im Weiler Le Got auf etwa 238 m bzw. 219 m Höhe.
Rund 76 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 24 % werden landwirtschaftlich, in erster Linie heterogen, genutzt (Stand: 2018).
Mazeyrolles wird von folgenden neun Gemeinden umgeben:
| Salles-de-Belvès | Sainte-Foy-de-Belvès | Orliac Prats-du-Périgord |
| Capdrot | Saint-Cernin-de-l’Herm | |
| Soulaures | Blanquefort-sur-Briolance (Lot-et-Garonne) |
Lavaur |
Die klimatischen Bedingungen in Mazeyrolles werden als warm und gemäßigt eingestuft. Mazeyrolles ist eine Gemeinde mit einer beträchtlichen Niederschlagsmenge. Selbst im trockensten Monat Juli fällt viel Regen. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Mazeyrolles beträgt 13 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,2 °C, die höchste im Juli mit 21,2 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 867 mm.

Natürliche Risiken manifestieren sich in Mazeyrolles neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
Da das Gemeindegebiet zu einem großen Teil mit Wald bedeckt ist, ist Mazeyrolles einer starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im gesamten Gemeindegebiet besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.
Wie die Risikokarte zeigt, ist fast das gesamte Gemeindegebiet von einer mittleren, im westlichen Teil von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 2011 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr wird als niedrig eingestuft. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Mazeyrolles besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind, sowie von Erdrutschen, mehr oder weniger langsamen Bewegungen von Hanglagen, bei denen sich das Erdreich ablöst. Ihr Auftreten hängt von der Bodenart, dem Hangwinkel und den Wetterbedingungen ab.
Ein technologisches Risiko bilden verschmutzte oder potenziell verschmutzte Standorte, die weniger als 500 Meter vom Zentrum entfernt sind. Es handelt sich hierbei um eine frühere Tankstelle.
Als klassifizierte Anlagen zum Schutz der Umwelt (ICPE) gelten industrielle oder landwirtschaftliche Betriebe, die wahrscheinlich Risiken bergen oder Verschmutzungen oder Belästigungen verursachen, insbesondere für die Sicherheit und Gesundheit der Anwohner. Eine südlich von Le Got gelegene, chemische Fabrikanlage ist als „Nicht-SEVESO“ klassifiziert.
Der erste Name des Dorfes, Mazeyiolas, ist am Ende des 13. Jahrhunderts belegt (1281). Er steht für den Plural des lateinischen maceriola, das eine kleine Begrenzungsmauer bezeichnet, und ist das Diminutiv von maceria (deutsch Mauer). Dieses Wort führte zum Altokzitanischen masièro, das die Umrandung eines Bauernhofs oder eines Pachtguts bezeichnete.
Am 5. Februar 1960 wurde das Dorf und frühere Gemeinde La Trappe eingemeindet. Der Name des Dorfes ist im Jahre 1053 belegt in Sanctus Jacobus de Trapa. Trapa steht für das okzitanische trapa, das im Ursprung eine Falle bezeichnete, um Vögel zu fangen, und stammt von einem germanischen Wort. Der Zusammenhang mit einem Ortsnamen ist unklar. Der Trappistenorden, der erst ab 1140 existierte, ging aus der Zisterzienserabtei La Trappe im heutigen Département Orne hervor.
Am 1. Januar 1961 wurde die frühere Gemeinde Fontenilles-d’Aigueparse eingemeindet. Es liegt keine frühere Form von Fontenilles vor, einem Namen von zahlreichen Lieu-dits im Périgord. Er geht auf den Plural des okzitanischen fontanilha zurück, das einen kleinen Brunnen bezeichnet, und von font des lateinischen fons, fontis abgeleitet ist. Aigueparse ist zu einem späteren Zeitpunkt belegt in der latinisierten Form Aquis Parsis im Jahr 1556, die zu Aiguesperses im 18. Jahrhundert und zu Aigues-Parses im 19. Jahrhundert wurde. Das Wort ist eine Französisierung des okzitanischen Aigas esparsas (deutsch verstreute Gewässer). Aiga setzt das lateinische aqua fort. Esparsa kommt vom Verb esparsar (deutsch verstreuen), das aus dem lateinischen spargere (deutsch streuen) kommt.
Die Geschichte der Gegend beginnt dank der prähistorischen Stätte „La Plane“ weit vor der Neuzeit. Die Stätte liegt an der Wasserscheide zwischen den Flüssen Dordogne und Lot und wird seit 1976 ausgegraben. Dabei wurden folgende Funde gemacht: Werkzeuge aus dem Acheuléen, die von den ersten menschlichen Siedlungswellen zeugen, Werkzeuge aus dem Moustérien, die direkt mit den Neandertalern in Verbindung stehen, sowie Spuren des Aurignacien und des Gravettien, die für den modernen Menschen charakteristisch sind, außerdem ein Menhir, der heute noch in der Gegend von Fontenilles zu sehen ist.
Die lange Besiedlungsgeschichte des Ortes ist unbestreitbar. 1885 wurden spätrömische Gräber samt Grabbeigaben freigelegt. Lange Zeit war das Gebiet zwischen drei Gemeinden aufgeteilt: Mazeyrolles, La Trappe und Fontenilles-d’Aigueparse. Jedes Dorf besaß eine eigene Kirche. Obwohl alle drei im 12. Jahrhundert erbaut wurden, unterscheiden sie sich deutlich voneinander. Die Kirche in Aigueparse beispielsweise zeichnet sich durch einen bemerkenswerten und ungewöhnlichen Glockenturm aus.
| Mazeyrolles: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 428 | |||
| 1800 | 300 | |||
| 1806 | 443 | |||
| 1821 | 487 | |||
| 1831 | 505 | |||
| 1836 | 525 | |||
| 1841 | 560 | |||
| 1846 | 548 | |||
| 1851 | 587 | |||
| 1856 | 578 | |||
| 1861 | 591 | |||
| 1866 | 572 | |||
| 1872 | 533 | |||
| 1876 | 536 | |||
| 1881 | 545 | |||
| 1886 | 511 | |||
| 1891 | 512 | |||
| 1896 | 508 | |||
| 1901 | 504 | |||
| 1906 | 507 | |||
| 1911 | 417 | |||
| 1921 | 350 | |||
| 1926 | 362 | |||
| 1931 | 339 | |||
| 1936 | 310 | |||
| 1946 | 351 | |||
| 1954 | 330 | |||
| 1962 | 443 | |||
| 1968 | 442 | |||
| 1975 | 389 | |||
| 1982 | 378 | |||
| 1990 | 380 | |||
| 1999 | 343 | |||
| 2006 | 357 | |||
| 2013 | 338 | |||
| 2020 | 302 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999, INSEE ab 2006 Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire) mit 37 Schülerinnen und Schülern in zwei Klassen (2025).
Im Jahre 2023 waren 122 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Mazeyrolles erwerbstätig, entsprechend 72,2 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (73,1 %) höher war als bei den Frauen (71,1 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 17 Personen im Jahr 2023 etwas höher als im Jahr 2017 (16). Die Arbeitslosenquote blieb durch die höhere Beschäftigungsrate bei 13,9 %. Die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen lag 2023 dabei bei hohen 41,7 %.
27 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Mazeyrolles wirtschaftlich aktiv:
| Branche | Anzahl | % |
|---|---|---|
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 4 | 14,8 % |
| Baugewerbe | 5 | 18,5 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 6 | 22,2 % |
| Finanzen und Versicherungen | 1 | 3,7 % |
| Immobilien | 1 | 3,7 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 3 | 11,1 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 1 | 3,7 % |
| Andere Dienstleistungen | 6 | 22,2 % |
| Gesamt | 27 |
Mazeyrolles liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 38 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 29 im Jahr 2000, auf 18 im Jahr 2010 und stieg auf 20 im Jahr 2020, ein Rückgang von 47,4 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 563 Hektar im Jahre 1988 auf 860 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 14,8 Hektar auf 43 Hektar.
Die zur Departementsstraße D 710 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 710 kommt von Ribérac über Périgueux und Salles-de-Belvès im Norden und trifft in der Nähe des Dorfes Mazeyrolles auf die zur D 660 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 660 von Bergerac über Capdrot nach Saint-Médard im Département Lot über Saint-Cernin-de-l’Herm. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden die Weiler der Gemeinde und mit weiteren Nachbargemeinden.
Die Bahnstrecke Niversac–Agen durchquert das Gemeindegebiet ohne Haltepunkt. Sie wird im Norden über den 1875 Meter langen Eisenbahntunnel Latrape geführt, der das gleichnamige Plateau unterquert. Dieser ermöglicht einen Höhengewinn von 29 Metern auf dieser Strecke.