| Pazayac Pasaiac | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Sarlat-la-Canéda | |
| Kanton | Terrasson-Lavilledieu | |
| Gemeindeverband | Terrassonnais Haut Périgord Noir | |
| Koordinaten | 45° 7′ N, 1° 23′ O | |
| Höhe | 88–306 m | |
| Fläche | 6,84 km² | |
| Einwohner | 811 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 119 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24120 | |
| INSEE-Code | 24321 | |
| Website | pazayac.com | |
Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Pazayac (Aussprache [pazaˈjak], okzitanisch Pasaiac) ist eine französische Gemeinde mit 811 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Terrassonnais Haut Périgord Noir. Die Bewohner werden Pazayacois und Pazayacoises genannt.

Pazayac liegt etwa 52 Kilometer ostsüdöstlich von Périgueux, etwa 29 Kilometer nordnordöstlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 77 Kilometer nordöstlich von Bergerac im Osten des Départements an der Grenze zum benachbarten Département Corrèze. Die Gemeinde befindet sich in der Landschaft des Périgord noir, Teil des gleichnamigen, touristisch benannten Landesteils. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Vézère, die es im Norden begrenzt, vom Flüsschen Montel, das es im Osten begrenzt, sowie von zwei kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Pazayac liegt im äußersten nordöstlichen Abschnitt, der den letzten Ausläufer des Zentralmassivs bildet, und aus kristallinen Gesteinen besteht, die im Paläozoikum, noch vor dem Karbon, entstanden sind. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, die aus dem Känozoikum datieren, sowie Sedimentgesteinen aus dem Mesozoikum und dem Paläozoikum.
Das Gemeindegebiet erstreckt sich bis auf Teile des Südens und Südwestens eine baumarme Hügellandschaft auf, deren Erhebungen vom breiten Tal der Vézère markant nach Süden hin auf über 300 m ansteigen. Der topografisch höchste Punkt mit 306 m Höhe ist im äußersten Süden in der Nähe des Lieu-dit la Rue an der Grenze zur Nachbargemeinde La Feuillade zu finden, der tiefste Punkt mit 88 m im Nordwesten beim Austritt der Vézère aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf etwa 120 m Höhe.
Rund 77 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen, genutzt, rund 14 % sind bewaldet, rund 9 % entfallen auf bebaute Flächen (Stand: 2018).
Pazayac wird von folgenden fünf Gemeinden umgeben:
| Mansac (Corrèze) | Saint-Pantaléon-de-Larche (Corrèze) | |
| Terrasson-Lavilledieu | ||
| Les Coteaux Périgourdins | La Feuillade |
Die vorherrschenden klimatischen Bedingungen in Pazayac sind durch warme und gemäßigte Temperaturen gekennzeichnet. In der Gemeinde ist das ganze Jahr über Niederschlag zu verzeichnen, und selbst im trockensten Monat Juli gibt es noch erhebliche Niederschläge. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Pazayac beträgt 12,6 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 4,7 °C, die höchste im Juli mit 21 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 988 mm.

Naturrisiken manifestieren sich in Pazayac als
Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982, 1983, 1993, 1999, 2025 und 2026 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken. Die Gemeinde gehört zum Gebiet mit erheblichem Hochwasserrisiko (TRI) von Tulle-Brive und umfasst 20 Gemeinden, die von der Gefahr einer Überschwemmung der Corrèze und der Vézère betroffen sind, eine der 18 TRI, die Ende 2012 im Adour-Garonne-Becken festgelegt wurden. Es wurden Karten überschwemmungsgefährdeter Gebiete für drei Szenarien erstellt: häufig (Wiederkehrzeit der Überschwemmung von 10 bis 30 Jahren), mittel (Wiederkehrzeit von 100 bis 300 Jahren) und extrem (Wiederkehrzeit in der Größenordnung von 1000 Jahren, was jedes Schutzsystem untergräbt). Ein Plan zur Vermeidung von Überschwemmungen im Tal der Vézère (französisch plan de prévention des risques inondation (PPRI)) ist im Juli 2022 durch Erlass des Präfekten beschlossen worden.
Da das südliche Gemeindegebiet in großen Teilen mit Wald bedeckt ist, besteht vor allem dort zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern. Die Wälder der Départements der ehemaligen Regionen Aquitanien und Poitou-Charentes gelten als besonders brandgefährdet. Für diese Gebiete wurde ein départements- oder départementsübergreifender Plan zum Schutz der Wälder vor Bränden entwickelt.
Wie die Risikokarte zeigt, ist über die Hälfte des Gemeindegebiets von einer mittleren Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Seit dem 1. Oktober 2020 werden in Anwendung des Gesetzes über die Entwicklung von Wohnraum, Entwicklung und digitale Technologie verschiedene Beschränkungen für Verkäufer, Projektleiter oder Bauherren von Immobilien in einem als mittel- oder hochgefährdet eingestuften Gebiet auferlegt. Die Dürreperioden in den Jahren 2018, 2019 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Pazayac besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürze anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.
In einigen Teilen des Landes kann Radon, das sich in manchen Häusern und anderen Gebäuden ansammelt, eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Laut der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde der Zone 3 von 3 zugeordnet, was bedeutet, dass dort ein erhöhtes Radonpotenzial besteht. Technische Lösungen zur Reduktion der Radonexposition sollten individuell für jedes Gebäude ausgewählt und angepasst werden. Nach der Umsetzung dieser Maßnahmen wird empfohlen, deren Wirksamkeit durch erneute Radonmessungen zu überprüfen.
Ein technologisches Risiko bildet ein verschmutzter oder potenziell verschmutzter Standort, der weniger als 500 Meter vom Zentrum entfernt ist. Aufgrund früherer Abfallablagerungen oder des Eindringens von Schadstoffen stellt er eine potenzielle Verschmutzung dar, die möglicherweise eine Belästigung oder ein dauerhaftes Risiko für Menschen oder die Umwelt bildet. Im Falle der Gemeinde Pazayac handelt es sich um eine Mülldeponie.
Ein weiteres technologisches Risiko besteht durch den Verlauf einer Erdgasleitung, die das nördliche Gemeindegebiet unterquert. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.
Die Gemeinde liegt flussabwärts des Staudamms Monceaux la Virolle im Département Corrèze, einem Bauwerk der Klasse A (Höhe des Stauwehrs ≥ 20 Meter), das seit 2009 einem sog. Spezifischen Interventionsplan (PPI) unterliegt. Dieser findet Anwendung bei diesem Staudamm der Klasse A mit einem Stauseevolumen von über 15 Millionen m3. Er ist ein Notfallplan, der die Maßnahmen zur Alarmierung der Behörden und der Bevölkerung, die Organisation der Hilfsmaßnahmen und die Umsetzung von Evakuierungsplänen detailliert beschreibt. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Gemeinde von der Hochwasserwelle betroffen sein wird, die durch den Bruch dieses Bauwerks entstünde.
Der Name des Dorfes erschien spät im 14. Jahrhundert, lange nach dem Bau der romanischen Kirche in der latinisierten Form Pazayacum (1365). Die Schreibweisen Pasaihac im Jahr 1568 und Pazaiac im Jahr 1612 zeigen die verschiedene Weise der Aussprachen von -aya-. Pazayac stammt von einem gallorömischen Personennamen, Pasidius, gefolgt vom Suffix [-acum], der von Pasius abgeleitet ist, einem im antiken Rom geläufigen Namen.
Das Schloss Pazayac ist der ehemalige Stammsitz der Familien St-Chamans du Pescher, Soustre de Lagautherie und Maussac. Das Schloss aus der Zeit der Renaissance liegt inmitten eines Parks. Es ist mit vorkragenden Ecktürmchen verziert. Das Hauptgebäude weist Fenster mit Steinpfosten auf, und das Dach ist mit Dachgauben geschmückt. Der Seigneur dieses einstigen Adelssitzes wählte im 16. Jahrhundert einen überaus schönen Wahlspruch: „Nil nisi vincit amor“ (deutsch Nichts kann siegen außer der Liebe).
Als ein Glanzstück des historischen Erbes birgt die Geschichte des Schlosses eine besondere Anekdote. Am 30. Juli 1830 wurde der Wohnsitz des Grafen von Maussac von aufständischen Bauern, den sogenannten „Croquants“, gestürmt. Marc Blancpain schildert in seinem Buch „Histoires extraordinaires du Périgord“ die Geschichte des Schlosses von Pazayac. Die Schilderung der Schlossstürmung, im Laufe der Zeit durch die Erzähler immer weiter ausgeschmückt, diente zweifellos Eugène Le Roy als Inspiration, als er einige Zeit später seinen Roman „Jacquou le Croquant“ verfasste.
| Pazayac: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 577 | |||
| 1800 | 566 | |||
| 1806 | 559 | |||
| 1821 | 636 | |||
| 1831 | 639 | |||
| 1836 | 659 | |||
| 1841 | 588 | |||
| 1846 | 589 | |||
| 1851 | 583 | |||
| 1856 | 558 | |||
| 1861 | 524 | |||
| 1866 | 503 | |||
| 1872 | 528 | |||
| 1876 | 513 | |||
| 1881 | 511 | |||
| 1886 | 504 | |||
| 1891 | 502 | |||
| 1896 | 501 | |||
| 1901 | 507 | |||
| 1906 | 502 | |||
| 1911 | 511 | |||
| 1921 | 462 | |||
| 1926 | 423 | |||
| 1931 | 410 | |||
| 1936 | 391 | |||
| 1946 | 372 | |||
| 1954 | 414 | |||
| 1962 | 418 | |||
| 1968 | 411 | |||
| 1975 | 625 | |||
| 1982 | 627 | |||
| 1990 | 640 | |||
| 1999 | 574 | |||
| 2006 | 709 | |||
| 2013 | 836 | |||
| 2020 | 850 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999, INSEE ab 2006 Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire) mit 48 Schülerinnen und Schülern in drei Klassen (2025).
Im Jahre 2023 waren 382 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Pazayac erwerbstätig, entsprechend 74,7 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (79,8 %) erheblich höher war als bei den Frauen (69,8 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 22 Personen im Jahr 2023 weitaus niedriger als im Jahr 2017 (55). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 12,9 % (2017) auf 5,8 % (2023). Die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen sank in diesem Zeitraum von 40,6 % auf 18,1 %.
82 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2024 in Pazayac wirtschaftlich aktiv:
| Branche | Anzahl | % |
|---|---|---|
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 11 | 13,4 % |
| Baugewerbe | 20 | 24,4 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 17 | 20,7 % |
| Information und Kommunikation | 2 | 2,4 % |
| Finanzen und Versicherungen | 2 | 2,4 % |
| Immobilien | 3 | 3,7 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 18 | 22,0 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 8 | 9,8 % |
| Andere Dienstleistungen | 1 | 1,2 % |
| Gesamt | 82 |
Pazayac liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 26 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 24 im Jahr 2000, auf 15 im Jahr 2010 und auf 11 im Jahr 2020 zurück, insgesamt ein Rückgang von 57,7 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 440 Hektar im Jahre 1988 auf 368 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg beträchtlich von 16,9 Hektar auf 33,4 Hektar.
Die zur Departementsstraße D 6089 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 89 von Lyon nach Bordeaux durchquert das Gebiet der Gemeinde. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und Nachbargemeinden.
Regionalbusse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Pazayac mit Brive-la-Gaillarde, Nadaillac und Saint-Léon-sur-Vézère über Terrasson-Lavilledieu.