| Carves Carvas | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Sarlat-la-Canéda | |
| Kanton | Vallée Dordogne | |
| Gemeindeverband | Vallée de la Dordogne et Forêt Bessède | |
| Koordinaten | 44° 47′ N, 1° 4′ O | |
| Höhe | 87–262 m | |
| Fläche | 10,13 km² | |
| Einwohner | 98 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 10 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24170 | |
| INSEE-Code | 24084 | |
Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Carves (Aussprache [kaʁv], okzitanisch Carvas) ist ein Ort und südwestfranzösische Gemeinde mit 98 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Vallée de la Dordogne et Forêt Bessède. Die Bewohner werden Carvésois und Carvésoises genannt.

Carves liegt etwa 52 Kilometer südsüdöstlich von Périgueux, etwa 17 Kilometer südwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 46 Kilometer ostsüdöstlich von Bergerac in der Région naturelle des Périgord noir, Teil des gleichnamigen, touristisch benannten Landesteils. Die Gemeinde liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von den Flüsschen Vallée und Neufond, die sie im Norden und Osten begrenzen, sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Carves liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, einige Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Das Relief von Carves zeigt eine hügelige Landschaft, die an den Rändern des Gemeindegebiets bewaldet ist. Der topografisch höchste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit 263 m im äußersten Süden, der tiefste Punkt am Zusammenfluss von Vallée und Neufond im äußersten Nordwesten. Das Zentrum befindet sich auf etwa 140 m Höhe.
Rund 57 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, zumeist heterogen, genutzt, rund 43 % sind bewaldet.
Carves wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:
| Saint-Germain-de-Belvès | Cladech | |
| Sagelat | Veyrines-de-Domme | |
| Pays de Belvès | Grives |

Naturrisiken manifestieren sich in Carves als
Im nahezu gesamten Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.
Wie die Risikokarte zeigt, ist ein Großteil des Gemeindegebiets in der Mitte und im Südosten von einer mittleren bis starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen.
In einigen Teilen des Landes kann Radon, das sich in manchen Häusern und anderen Gebäuden ansammelt, eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Laut der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde Carves der Zone 2 zugeordnet, was bedeutet, dass dort ein geringes Radonpotenzial besteht, jedoch bestimmte geologische Faktoren den Radoneintrag in Gebäuden begünstigen können.
Die erstmalige Erwähnung von Carves erfolgte 1153 in einer päpstlichen Bulle als Vicaria de Cauves und verweist auf den Status eines Erzpriestertums des ehemaligen Bistums Périgueux im Mittelalter. Ebenfalls im 12. Jahrhundert erschien Carvas in den Schriften, in der Folge die Varianten Caraves (1344) und Carvis (1372). Der Name des Dorfes schildert das Aussehen des Gebiets, zumindest als die Menschen es besiedelten. Er kommt aus dem altokzitanischen calvas (deutsch kahl(er) Boden), was aus dem lateinischen calvus (deutsch kahl) abgeleitet ist. Das l ist dabei zu einem heutigen r geworden.
Der Umkreis von Carves ist seit der Urgeschichte besiedelt, wie die Entdeckung von Elementen aus der Altsteinzeit, darunter Wetzrillen, an den Lieu-dits Auzol und La Veyssière belegt.
| Carves: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 485 | |||
| 1800 | 482 | |||
| 1806 | 470 | |||
| 1821 | 479 | |||
| 1831 | 635 | |||
| 1836 | 640 | |||
| 1841 | 615 | |||
| 1846 | 599 | |||
| 1851 | 626 | |||
| 1856 | 570 | |||
| 1861 | 578 | |||
| 1866 | 577 | |||
| 1872 | 477 | |||
| 1876 | 516 | |||
| 1881 | 478 | |||
| 1886 | 504 | |||
| 1891 | 421 | |||
| 1896 | 363 | |||
| 1901 | 312 | |||
| 1906 | 298 | |||
| 1911 | 289 | |||
| 1921 | 239 | |||
| 1926 | 236 | |||
| 1931 | 235 | |||
| 1936 | 216 | |||
| 1946 | 199 | |||
| 1954 | 182 | |||
| 1962 | 173 | |||
| 1968 | 153 | |||
| 1975 | 148 | |||
| 1982 | 138 | |||
| 1990 | 131 | |||
| 1999 | 112 | |||
| 2006 | 112 | |||
| 2013 | 106 | |||
| 2020 | 104 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999, INSEE ab 2006 Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Im 19. Jahrhundert hatte der Ort meist um die 500 Einwohner. Die Reblauskrise im Weinbau und der Verlust von Arbeitsplätzen durch die Mechanisierung der Landwirtschaft haben seitdem zu einem kontinuierlichen Bevölkerungsrückgang geführt.
Bis in die heutige Zeit spielt die Landwirtschaft die größte Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde. Der ehemals auch hier betriebene Weinbau ist jedoch nach der Reblauskrise gänzlich aufgegeben worden.
Im Jahre 2022 waren 35 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Carves erwerbstätig, entsprechend 73,3 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen war mit drei Personen im Jahr 2022 etwas höher als im Jahr 2016 (2). Die Arbeitslosenquote stieg von 5,6 % (2016) auf 9,1 % (2022).
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 23 bei der Landwirtschaftszählung von 1988, auf 16 im Jahr 2000, auf 8 im Jahr 2010 und stieg auf 9 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 60,9 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 521 Hektar im Jahre 1988 auf 340 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 22,7 auf 37,7 Hektar.
Carves liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die Departementsstraße D 51 verläuft an der südwestlichen Gemeindegrenze entlang über Grives nach Saint-Laurent-la-Vallée. An der nordwestlichen Ecke des Gemeindegebiets trifft sie auf die D 53, die an der nördlichen Gemeindegrenze entlang nach Sagelat im Westen und nach Osten hin in Richtung Veyrines-de-Domme geführt wird. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit weiteren Nachbargemeinden.
Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).