| Biederthal | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Grand Est | |
| Département (Nr.) | Haut-Rhin (68) | |
| Arrondissement | Altkirch | |
| Kanton | Altkirch | |
| Gemeindeverband | Sundgau | |
| Koordinaten | 47° 28′ N, 7° 27′ O | |
| Höhe | 375–530 m | |
| Fläche | 4,16 km² | |
| Einwohner | 331 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 80 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 68480 | |
| INSEE-Code | 68035 | |
Mairie Biederthal | ||
Biederthal (deutsch nach 1918 auch Biedertal, elsässisch Bierthel) ist eine französische Gemeinde mit 331 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im elsässischen Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Altkirch, zum Kanton Altkirch und ist Mitglied des Gemeindeverbandes Sundgau.
Das Dorf Biedertal liegt 15 Kilometer südwestlich der Basler Innenstadt, zwischen den Schweizer Gemeinden Rodersdorf und Burg im Leimental. Die Gemeinde Biederthal ist im Norden, Osten und Süden von Schweizer Territorium umgeben. Der Börsegraben, der im benachbarten Wolschwiller entspringt und als einer der Birsig-Quellflüsse gilt, fließt kanalisiert nordwestlich des Dorfkerns vorbei; beim Übertritt nach Rodersdorf mündet er in den Birsig, der von Burg im Leimental kommend durch den Dorfkern fließt.
Biederthal liegt am Südrand des lössbedeckten Sundgauer Tertiärhügellandes, direkt am Fuß der Oberjura(Malm)kalke einer Jurakette, also am Nordrand des Faltenjuras. Der Untergrund besteht hier nicht aus der im Sundgau verbreiteten Elsässer Molasse, sondern aus älteren unteroligozänen Meeresablagerungen.

Auf der Gemarkung wurden beim Chaibeloch vorgeschichtliche Funde gemacht. Ebenso wurden Spuren römischer Besiedlung und Gräber der Merowingerzeit entdeckt. 1141 hieß der Ort gemäß Dokumenten Biederdan und war ein Gut in der Grafschaft Pfirt, das den Edelfreien von Biederthan gehörte. Von den Biederthan zweigten sich die seit 1197 urkundlich nachgewiesenen Herren von Ratolsdorf (Rodersdorf im Kanton Solothurn) ab. Auch die Herren von Blauenstein sind ein Zweig der Edelfreien von Biederthal und von den Ratolsdorfern zweigten sich die Herren von Rotberg (auf Burg Rotberg, Kanton Solothurn) ab. Alle Geschlechter führten ähnliche Wappen. Bis Mitte des 15. Jahrhunderts konnten die Herren von Rotberg neben anderen Besitzen (Rodersdorf, Burg Blauenstein in Kleinlützel) auch den Hof Leuhausen in Biederthal an sich bringen. 1580 ging der Ort an die Freiherren Reich von Reichenstein über. Sie bauten ein Schloss und ein Schlossgut, die bis 1857 in ihrem Besitz blieben.
Bis 1324 gehörte Biederthal zur Grafschaft Pfirt und ging dann nach dem Aussterben der Pfirter im Mannesstamm mit der Heirat der Johanna von Pfirt mit Herzog Albrecht II. von Österreich an die Habsburger. Im Westfälischen Frieden 1648 kam Biederthal mit dem ganzen elsässischen Besitz der Habsburger an die französische Krone.
Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Biederthal als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Altkirch, Bezirk Oberelsaß). Im Ersten Weltkrieg wurde durch das deutsche Militär die Grenze zur unmittelbar benachbarten Schweiz durch einen nachts elektrisch geladenen Stacheldrahtzaun verschlossen. Biederthal lag in der stark überwachten grenznahen Neutralen Zone, was eine erhebliche Einschränkung der Bewegungsfreiheit zur Folge hatte (Sonderausweispflicht). Im Zweiten Weltkrieg gelangte der Ort nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 unter deutsche Verwaltung (Gau Baden-Elsass). Von der Naziherrschaft wurde der Ort am 20. November 1944 durch Truppen der französischen 1. Armee unter General de Lattre de Tassigny befreit.
Ehemaliger Herrensitz der Reich von Reichenstein. Stattlicher Walmdachbau mit barocken Okuli-Gauben, am Portal das Wappen der Reich von Reichenstein und der Rink von Baldersheim. Datiert 1733. Kernbestand des 16. Jahrhunderts. Bis 1857 im Besitz der Familie.

Die Sankt Michaelskirche wurde 1843 errichtet, als Biederthal eigenständige Pfarrei wurde. Der Turm wurde 1912 angefügt. Bis 1803 war Biederthal Filial der Kirche des schweizerischen Rodersdorf, kam dann bis 1843 zur Pfarrei Wolschwiller.
Wappenbeschreibung: In Blau ein achtstrahliger goldener Stern.
| Jahr | 1910 | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2007 | 2017 |
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| Einwohner | 256 | 221 | 228 | 221 | 209 | 232 | 308 | 348 | 317 |