| Emlingen | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Grand Est | |
| Département (Nr.) | Haut-Rhin (68) | |
| Arrondissement | Altkirch | |
| Kanton | Altkirch | |
| Gemeindeverband | Sundgau | |
| Koordinaten | 47° 37′ N, 7° 17′ O | |
| Höhe | 286–376 m | |
| Fläche | 2,42 km² | |
| Einwohner | 307 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 127 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 68130 | |
| INSEE-Code | 68080 | |
Mairie Emlingen | ||
Emlingen ist eine französische Gemeinde mit 307 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Kanton Altkirch und zum Kommunalverbands Sundgau.
Emlingen liegt zwischen Wittersdorf im Westen und Tagsdorf im Osten, vier Kilometer östlich von Altkirch und 14 Kilometer südwestlich von Mülhausen an der D419, genannt Route de Bâle, im Sundgau. Bei Emlingen vereinigen sich Wahlbach und Riethgrabenbach zum Thalbach, der bei Wahlheim in die Ill mündet.
Emlingen liegt im lössbedeckten Sundgauer Tertiärhügelland. Unter der Lössdecke lagern die sogenannten Sundgauschotter. Diese sind die Hinterlassenschaft einer einst (im Pliozän und Altpleistozän) über den Ur-Doubs zum Mittelmeer entwässernden Ur-Aare.
Beim Ort bildet der unteroligozäne Haustein, der auch bei Altkirch in großem Maßstab abgebaut wird, die unteren Hangpartien. Diese tertiären Süßwasserkalke lieferten im 19. und 20. Jahrhundert das Material für die auf der Gemarkung betriebenen Kalköfen.
Die Ortschaft wird 1304 erstmals urkundlich erwähnt, der Ortsname setzt sich aus dem germanischen Namen „Emilo“ und der Ortsnamensendung -ingen zusammen, was nahelegt, dass der Ort bei der alemannischen Landnahme gegründet wurde. Archäologische Funde von Grabstätten aus der Merowingerzeit (5. bis 8. Jahrhundert) stammen aus der fränkischen Zeit.
Das Priorat Saint-Morand in Altkirch besaß im Mittelalter einen Dinghof in Emlingen. Die Ortschaft gehörte bis 1324 zur Grafschaft Pfirt (Herrschaft Altkirch). Nach dem Aussterben der Pfirter im Mannesstamm 1324 kam die Grafschaft, damit auch Emlingen, durch die Heirat der Johanna von Pfirt mit Herzog Albrecht II. von Österreich an Habsburg Nach dem Dreißigjährigen Krieg gelangte der Ort im Westfälischen Frieden 1648 mit dem gesamten habsburgischen Besitz im Elsass an die französische Krone. 1793 erhielt Emlingen im Zuge der Französischen Revolution den Status einer Gemeinde und 1801 das Recht auf kommunale Selbstverwaltung.
Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges (1914–1918) gehörte Emlingen als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Altkirch im Bezirk Oberelsaß). Im Ersten Weltkrieg ereigneten sich am 19. August 1914 im Raum Emlingen-Wittersdorf-Tagsdorf-Heiwiller ernste Kampfhandlungen. Die Richtung Mühlhausen vorstoßenden französischen Truppen trafen hier auf deutschen Widerstand und mussten sich verlustreich zurückziehen. Emlingen blieb anschließend bis Kriegsende in deutscher Hand. Im Zweiten Weltkrieg stand Elbach nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 unter deutscher Verwaltung. Das Dorf wurde am 21. November 1944 von Truppen der französischen 1. Armee unter General de Lattre de Tassigny von der Naziherrschaft befreit. Dies geschah im Zuge der Offensive der Alliierten gegen den von den Deutschen noch immer hartnäckig verteidigten Brückenkopf Elsass (poche de Colmar).
Im 19. Jahrhundert führte Louis Biechlin die Produktion von gebranntem Kalk ein. Noch zwischen den Weltkriegen wurden fünf Kalköfen betrieben. 1953 wurde die Produktion endgültig eingestellt.
| Jahr | 1910 | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2007 | 2017 |
| Einwohner | 201 | 160 | 178 | 177 | 171 | 227 | 271 | 241 | 287 |

Die Ottilien-Kapelle (Chapelle Sainte-Odile), die zusätzlich dem Heiligen Fridolin von Säckingen geweiht ist, wurde 1759 erbaut. Sie gehört zur Pfarrei Wittersdorf.
Gut erhaltene Fachwerkbauten des 18. und 19. Jahrhunderts, meist mit gemauertem Erdgeschoss. Das Haus Nr. 19 an der Rue Principale und das Haus Nr. 23 an der Rue de Obermorschwiller sind noch in der altertümlichen Ständerbauweise errichtet. Sie stammen wohl aus der Wiederaufbauzeit in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Das schlichte Schulhaus wurde in der Reichslandzeit 1873 errichtet.
Am Strüttberg (Grienenweg) steht noch ein ausgedienter Kalkofen. Nebenan ein aufgelassener Steinbruch in der Hausteinformation.
Ab dem 19. Jahrhundert, bis 1953 gab es einen Kalksteinbruch und einen Kalkofen vor Ort. Heute sind die Haupterwerbszweige in Emlingen Handel, Transportwesen, diverse Dienstleistungen, öffentliche Verwaltung und Landwirtschaft (Ackerbau und die Zucht von Hausrindern). Die meisten Erwerbstätigen sind Pendler und arbeiten auswärts.