| Kiffis | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Grand Est | |
| Département (Nr.) | Haut-Rhin (68) | |
| Arrondissement | Altkirch | |
| Kanton | Altkirch | |
| Gemeindeverband | Sundgau | |
| Koordinaten | 47° 26′ N, 7° 21′ O | |
| Höhe | 456–785 m | |
| Fläche | 6,55 km² | |
| Einwohner | 238 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 36 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 68480 | |
| INSEE-Code | 68165 | |
Rathaus- und Schulgebäude | ||
Kiffis ist eine französische Gemeinde mit 238 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Altkirch, zum Kanton Altkirch und zum Gemeindeverband Sundgau.
Die Gemeinde Kiffis liegt im Jura, im äußersten Süden des Elsass zwischen dem Grenzfluss Lützel und dem Blauenberg. Der Dorfkern auf einer Terrasse über dem Tal der Lützel befindet sich auf etwa 565 Meter Meereshöhe.
Kiffis grenzt an die elsässischen Gemeinden Lucelle, Ligsdorf, Sondersdorf, Raedersdorf, Lutter und Wolschwiller sowie an die Schweizer Gemeinden Kleinlützel und Roggenburg. Über den Blochmont-Pass gelangt man ins nördliche Tal der Ill. Über den Passübergang Lange Matten (636 Meter) ist der Ort mit dem nordöstlich gelegenen Wolschwiller verbunden.
Auf der Gemarkung gibt es zwei beachtliche Karsterscheinungen im Malmkalk: die 32 m lange Höhle beim Saalhof und der 30 m tiefe Erdfall am Fluhberg. Karsterscheinungen sind auch die Trockentäler, in denen sich keine (dauerhaften) Fließgewässer befinden.
Auf der Gemarkung wurden steinzeitliche Funde gemacht. Auf dem Glaserberg wurden Wälle und Gräben einer keltischen Fluchtburg oder Kultstätte aus der Hallstatt-Zeit entdeckt. Der Ort wird in den Urkunden 1194 als Chuovis, 1207 als Cvuis (auch Cuvis) und Kvuis (1253) erwähnt, später 1393 als Küfis. Der Ortsname kann nicht sicher gedeutet werden. Elsässisch Cheffis.
Bis 1324 gehörte der Ort zur Grafschaft Pfirt und kam dann nach dem Aussterben der Pfirter in der männlichen Linie durch die Heirat der Johanna von Pfirt mit Herzog Albrecht II. von Österreich an Habsburg. Im Westfälischen Frieden 1648 ging der Ort mit dem ganzen elsässischen Besitz der Habsburger an die französische Krone.
Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Kiffis als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Altkirch, Bezirk Oberelsaß). Im Ersten Weltkrieg blieb der Ort bis zum Kriegsende in deutscher Hand und von Kampfhandlungen verschont. Kiffis befand sich in der Sperrzone zwischen der Schweizer Grenze und dem Südzaun, einer 1915 vom deutschen Militär errichteten, nachts elektrisch geladenen Stacheldrahtsperre. Diese sollte Übertritte in die Schweiz und Spionage verhindern und war mit Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Einwohner verbunden. Das Dorf gelangte im Zweiten Weltkrieg nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 unter deutsche Verwaltung (Gau Baden-Elsass). und wurde zum Ende des Zweiten Weltkriegs am 20. November 1944 durch Truppen der 1. französischen Armee unter General de Lattre de Tassigny von der Naziherrschaft befreit. Dies geschah im Zuge der Offensive der Alliierten gegen den von den Deutschen noch immer hartnäckig verteidigten Brückenkopf Elsass (poche de Colmar).
Bis 1801 gehörte Kiffis kirchlich zum schweizerischen Roggenburg. Bis 1871 besuchten die Schulkinder die dortige Schule.
Die Gehöftgruppe Saalhof war einst im Besitz des Zisterzienserklosters Lützel.
Im 19. Jahrhundert lieferte Kiffis Holzkohle für das Eisenwerk in Lützel. Wie in Winkel und Dürlinsdorf wurde auch bei Kiffis Eisenerz (Bohnerz) für Lützel gefördert. Im Tal der Lützel (Lucelle) nützten damals Hammerwerke die Wasserkraft des Flusses (Les Forges, Hammerschmiede).
| Jahr | 1910 | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2007 | 2017 |
| Einwohner | 231 | 176 | 203 | 215 | 214 | 237 | 236 | 286 | 249 |

Die schlichte Peter-und-Paul-Kirche wurde 1817–1820 gebaut. Das Hochaltarbild stammt von der einst vielbeschäftigten Kirchenmalerin Carola Sorg (1833–1923).
Spärliche Ruinen der Burg Blochmont, die 1356 beim Basler Erdbeben beschädigt und nach Wiederaufbau 1449 durch die Basler endgültig zerstört wurde. Diese seit 1271 in den Urkunden erscheinende Burg (Castrum Blockmünt) war seit 1302 als Lehen der Grafen von Pfirt im Besitz der Herren von Eptingen.
Wichtige Erwerbszweige sind die Landwirtschaft und das Kleingewerbe. Im östlichen Teil des Gemeindegebietes befindet sich der Saalhof, ein großer Landwirtschaftsbetrieb.