Oltingue

Oltingue
Oltingue (Frankreich)
Oltingue (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin / Europäische Gebietskörperschaft Elsass (68)
Arrondissement Altkirch
Kanton Altkirch
Gemeindeverband Sundgau
Koordinaten 47° 29′ N, 7° 24′ OKoordinaten: 47° 29′ N, 7° 24′ O
Höhe 387–531 m
Fläche 13,42 km²
Einwohner 695 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 52 Einw./km²
Postleitzahl 68480
INSEE-Code
Website https://www.oltingue.fr/

Mairie Oltingue

Oltingue (deutsch Oltingen, elsässisch Oltinge) ist eine französische Gemeinde mit 695 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass und in der Region Grand Est. Oltingue liegt im Kanton Altkirch, im Arrondissement Altkirch und ist Mitglied des Gemeindeverbandes Sundgau.

Geographie

Der Ort liegt zweieinhalb Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt auf einer Höhe von 400 Metern am Ufer des Flusses Ill. Der von Wolschwiller kommende Pfaffenbach erhält auf der Höhe von Oltingue den Namen Limendenbach. Der Dorfkern liegt an der Verbindungsstraße zwischen Fislis (nördlich) und Wolschwiller (südlich). Basel liegt 23 Kilometer entfernt nordöstlich von Oltingue.

Das Dorf liegt im lössbedeckten Sundgauer Tertiärhügelland unmittelbar am Fuße der nördlichsten aus Jurakalken aufgebauten Kette des Faltenjuras, die hier ihr östliches Ende findet. Bei Oltingen (Huttingue) verlässt die Ill den Jura und ändert ihre durch die Faltenmulde (Synklinale) hinter der Kette vorgegebene Laufrichtung von West-Ost nach Nord-West, einem älteren (tertiären) Talzug folgend.

Geschichte

Auf dem Oltingerberg befand sich ein vermutlich befestigter neolithischer Wohnplatz. Bronzezeitliche und mittelalterliche Funde bei der alten Kirche. Auf dem Spielberg stand eine römische Warte. Die in Oltingen begüterte Abtei Lützel besaß hier einen Dinghof. Im 14. Jahrhundert besaß eine Adelsfamilie von Oltingen einen Herrensitz im Dorf. Der Ort gehörte früh dem Schwarzwaldkloster Sankt Blasien, dann der Abtei Murbach und ging im 13. Jahrhundert an die Grafen von Pfirt. Von 1324 bis zum Westfälischen Frieden war er habsburgisch und gelangte dann an die französische Krone.

Bis zur Verwüstung durch die Armagnaken 1445 scharte sich der Ort um die jetzt abseits des Dorfes befindliche Feldkirche Sankt Martin und wurde daraufhin in der jetzigen Lage neu angesiedelt.

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Oltingen als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Altkirch im Bezirk Oberelsaß zugeordnet.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr196219621968197519821990199920072018
Einwohner687651657719728711765736669

Wirtschaft

Wichtige Erwerbszweige sind die Landwirtschaft, das Gast- und das Kleingewerbe. Im Gewerbegebiet Zone d'activité Nord haben sich seit dem Jahr 2000 einige Betriebe vor allem aus dem Sektor Metallverarbeitung angesiedelt.

Bauwerke

Dialekt

Oltige, wie die Gemeinde im örtlichen elsässischen Dialekt heißt, ist eine der wenigen elsässischen Ortschaften, deren (nur noch von der älteren Generation gesprochene) regionale Mundart zum Hochalemannischen zählt. Dies zeigt sich auch in der Dialektform des Ortsnamens, der die ursprüngliche Namensendung -ingen in die für das Hochalemannische typische Form -ige abgeschliffen hat. Die französische Schreibweise Oltingue versucht dagegen, die niederalemannisch-elsässische Aussprache mit den Mitteln des französischen Alphabets phonetisch korrekt wiederzugeben.

Literatur

Commons: Oltingue – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Kreis Altkirch. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 20. Januar 2023; abgerufen am 13. Februar 2026.