| Hirsingue | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Grand Est | |
| Département (Nr.) | Haut-Rhin / Europäische Gebietskörperschaft Elsass (68) | |
| Arrondissement | Altkirch | |
| Kanton | Altkirch | |
| Gemeindeverband | Sundgau | |
| Koordinaten | 47° 35′ N, 7° 15′ O | |
| Höhe | 307–411 m | |
| Fläche | 12,88 km² | |
| Einwohner | 2.122 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 165 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 68560 | |
| INSEE-Code | 68138 | |
| Website | http://www.hirsingue.fr/ | |
Hirsingue (deutsch Hirsingen) ist eine französische Gemeinde mit 2122 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass und in der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Altkirch, zum Kanton Altkirch und zum Gemeindeverband Sundgau. Die Einwohner nennen sich les Hirsinguoises.
Die Gemeinde Hirsingue liegt an der oberen Ill im Sundgau, fünf Kilometer südlich von Altkirch. Nachbargemeinden von Hirsingue sind Altkirch im Norden, Wittersdorf, Tagsdorf (Berührungspunkt) und Schwoben im Nordosten, Bettendorf im Osten, Ruederbach im Südosten, Heimersdorf im Süden, Largitzen im Südwesten sowie Hirtzbach im Westen.
Hirsingen liegt im lössbedeckten Sundgauer Tertiärhügelland im Bereich der unter der Lössdecke lagernden Sundgauschotter. Diese sind die Hinterlassenschaft einer einst (im Pliozän und Altpleistozän) über den Ur-Doubs zum Mittelmeer entwässernden Ur-Aare. Unter den die oberen Talhänge bildenden Sundgauschottern liegen die grauen Tone des Rupel. Der Ort liegt am Rande des Talraumes der Ill im Mündungsbereich des hier kanalisierten, bei Koestlach entspringenden Feldbachs.
Siedlungsspuren aus dem Neolithikum und der Römerzeit. Merowingerzeitliche Gräber. Ersterwähnung 708 in einer um 1200 gefälschten Urkunde. Die Ortsnamenendung -ingen deutet auf eine Entstehung bereits zur Zeit der alemannischen Landnahme hin. Der Ort gehörte im Mittelalter der Abtei Niedermünster, dann dem Bischof von Basel und nach 1324 den Habsburgern, die das Dorf den Grafen von Glères-Montjoie als Lehen übereigneten. Im Dreißigjährigen Krieg (1633) zerstörten die Schweden den Ort.
Nach dem Krieg kam der Ort im Westfälischen Frieden 1648 mit dem ganzen habsburgischen Besitz im Elsass an die französische Krone. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/712 gehörte Hirsingen bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918 zu dem von Deutschland annektierten Reichsland Elsass-Lothringen. Im Ersten Weltkrieg blieb Hirsingen, abgesehen von einem kurzfristigen französischen Vorstoß auf Mühlhausen im August 1914 bis Kriegsende in deutscher Hand und unmittelbar in der Hauptkampfzone. Das alte Gerichtsgebäude diente zeitweise als Lazarett. Im Zweiten Weltkrieg gelangte Hirsingen nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 unter deutsche Verwaltung. Die Einwohner erlebten die Befreiung von der Naziherrschaft bereits einen Tag nach der Befreiung von Seppois-le-Bas, dem ersten befreiten elsässischen Dorf. Panzer der 1. französischen Armee unter General de Lattre de Tassigny drangen am 20. November 1944 unter starkem feindlichem Beschuss in Hirsingen ein. Die Stele Ysidore Ygon erinnert an einen der Panzerfahrer, der tödlich verwundet wurde.
Die Rue du Château erinnert an das 1742 von J. C. Bagnato errichtete stattliche Barockschloss mit großer Parkanlage der Grafen von Montjoie-Hirsingen, das während der Revolution geplündert, als Nationalgut verkauft und abgebrochen wurde.
Die Synagoge (ein interessanter Bau aus dem frühen 20. Jahrhundert) erinnert an die starke jüdische Gemeinde, die 1785 an die hundert Mitglieder zählte.
Im Zweiten Kaiserreich beschäftigte eine Weberei bis zu 300 Arbeitskräfte. In der Reichslandzeit wich dieser Betrieb nach Nancy aus und kehrte nach 1918 wieder zurück.
| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2006 | 2018 |
| Einwohner | 1399 | 1561 | 1539 | 1881 | 2010 | 2057 | 2132 | 2121 |
