| Sambród | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Ermland-Masuren | |
| Powiat: | Ostróda | |
| Gmina: | Małdyty | |
| Geographische Lage: | 53° 57′ N, 19° 44′ O | |
| Einwohner: | 264 (2021) | |
| Postleitzahl: | 14-330 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 89 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NOS | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | Małdyty/DW 519/DW 613 – Leśnica ↔ Marzewo | |
| Chojnik – Sambród Mały → Sambród | ||
| Zalesie → Sambród | ||
| Eisenbahn: | Bahnstrecke Olsztyn–Bogaczewo Bahnstation: Małdyty | |
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | |
Sambród (deutsch Groß Samrodt, 1928 bis 1945 Samrodt) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Gmina Małdyty im Powiat Ostródzki.
Sambród liegt nördlich des Jezioro Sambród (deutsch Samdrodt-See) im Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 13 Kilometer nordwestlich der Stadt Morąg bzw. 30 Kilometer nordwestlich der heutigen Kreismetropole Ostróda.
Das einstige Sambrad, auch Groß Sambrad und Groß Zamrodt, um 1785 Groß Samrodt und ab 1928 Samrodt genannt, war ein Kirchdorf und Gutsort bereits zur Zeit des Deutschen Ordens im Kammeramt Preußisch Holland innerhalb der Komturei Elbing.
Aus dem Jahre 1364 stammt ein Bericht über eine dortige Landvergabe. Am 22. Juli 1410 lagerte hier der polnische König Władysław II. Jagiełło hier nach der Schlacht bei Tannenberg, um dann zur Belagerung von Marienburg weiter zu ziehen. Im Jahre 1448 findet sich ein Eintrag Sambrads im Zinsbuch des Ordens.
Am 14. Februar 1527 verschrieb Albrecht, der Markgraf von Brandenburg, dem Andres von Wilminsdorff die Güter Klein- und Groß Samrodt sowie Bestendorf und Freiwalde.
Im späten 17.Jahrhundert besaß die Familie des brandenburgischen Generalfeldmarschalls Georg von Derfflinger das Gut Samrodt parallel bzw. als Teil ihres ostpreußischen Güterkomplexes, oft in Verbindung mit dem Nachbargut Quittainen. Vom 17. Jahrhundert bis zum Jahr 1729 besaß die Familie Dohna das Anwesen Samrodt. Fabian Graf zu Dohna erwarb das Gut, später war Christoph Friedrich zu Dohna-Lauck Eigentümer. Der Reichsgraf Friedrich Ludwig zu Dohna-Schlodien kaufte 1729 den – inzwischen an seine Schwägerin Ursula Anna Lippe (geborene Dohna-Schlobitten) verpfändet – Besitz dieser ab mit dem Plan, hier ein Landhaus zu bauen. Der Bau gelang jedoch nur unvollständig.
Doe weitverzweigte Familie von Dönhoff übernahm im 18. Jahrhundert das Patronat über das Gut Samrodt – als Herrschaften vom nahegelegenen Gut Quittainen aus.
Im Jahre 1785 wurde Groß Samrodt mit Klein Samrodt als ein aus zwei Dörfern bestehendes „adliges Vorwerk“ mit 54 Feuerstellen genannt. 1796 erwarb Landrat Ludwig Friedrich Freiherr von Domhardt das Gut mit seinen Vorwerken und vermachte es unter der Herrschaftsbezeichnung „Groß Bestendorf“ seinem Sohn, dem Major von Domhardt.
Im Jahre 1820 Groß Samrodt als adliges Vorwerk und Dorf mit 17 Feuerstellen bei 112 Einwohnern.
Der Gutsbezirk Groß Samrodt wurde 1874 in den neu errichteten Amtsbezirk Groß Bestendorf im ostpreußischen Kreis Mohrungen, Regierungsbezirk Königsberg, aufgenommen.
263 Einwohner zählte Groß Samrodt im Jahre 1885, im Jahre 1910 waren es 611 mit den eingegliederten Orten Fischerbuden, Friedrichshof, Klein Samrodt, Mahrau, Pfalsdorf, Rehberg und Wackelsdorf.
Der 30. September 1928 war das Enddatum des Gutsbezirks Groß Samrodt. Er schloss sich an diesem Tage mit den Landgemeinden Klein Samrodt und Mahrau zur neuen Landgemeinde Samrodt zusammen, die bis 1930 zum Amtsbezirk Groß Bestendorf gehörte, der dann in „Amtsbezirk Alt Bestendorf“ umbenannt wurde.
Die Landgemeinde Samrodt zählte im Jahre 1933 821 und im Jahrer 1939 822 Einwohner.
In Kriegsfolge wurde 1945 das gesamte südliche Ostpreußen an Polen abgetreten. Samrodt erhielt die polnische Namensform „Sambród“ und ist heute eine Ortschaft im Verbund der Gmina Małdyty im Powiat Ostródzki, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 zählte Sambród 264 Einwohner.
In Groß Samrodt soll bereits im Jahre 1714 eine Kirche gestanden haben, die aber wohl in Verfall geraten war.
Die jetzige Kirche in Sambród weist eine architektonische Besonderheit auf: sie wurde ursprünglich als Flügel eines Schlosses erbaut. Die Grafen zu Dohna begannen im 18. Jahrhundert mit dem Bau eines Landhauses als pompöse Residenz in Groß Samrodt, die jedoch – aus welchen Gründen auch immer – nie fertiggestelt wurde. Reichsgraf Friedrich Ludwig zu Dohna initiierte daraufhin in den Jahren 1739 bis 1741 den Ausbau eines Schlossflügels als evangelische Kirche. Sie wurde am 5. August 1742 eingeweiht.
Es handelte sich dabei umeinen schlichten verputzten Backsteinbau. Überdeckt war er mit einem abgewalmten Mansardendach. Am Westende befand sich ein kleiner viereckiger Dachturm mit einer 1733 gegossenen Glocke aus der früheren Kirche.
Der Kircheninnenraum war durch Holzstützen in drei Schiffe geteilt. Das mittlere war von einem mit Stuck versehenen Kreuzgewölbe überdeckt, über den Seitenschiffen waren flache Decken angebracht.
Die Innenausstattung mit Emporen war einfach und trug typische Züge reformierter Gotteshäuser, u.a. bildete ein schlichter Tisch den Altar, und zur Kanzel darüber führten zwei Aufgänge.
Bis 1945 war Kirche Kirche in Groß Samrodt eine Simultankirche, die für Gottesdienste sowohl der evangelisch-lutherischen als auch der evangelisch-reformierten Konfession genutzt wurde.
Nach 1945 übernahm die Römisch-katholische Kirche das Gebäude. Das Gotteshaus wurde später Filialkirche der Pfarrei Chojnik und wurde dem Heiligsten Herz Jesu geweiht. In den Nachkriegsjahren war der Bau in seinem Interieur an die veränderten liturgischen Bedürfnisse angepasst worden, wobei jedoch Elemente der ursprünglichen Ausstattung geblieben sind. So ist die Kanzel ursprünglich, ebenso wie die Orgel aus dem 19. Jahrhundert. Im Jahre 2014 musste der Dachturm ersetzt werden, der 2015 auch ein neues Kreuz erhielt.
Nach 1542 wurde Groß Samrodt von Grünhagen aus kirchlich betreut. Die Gemeinde folgte mit der Reformation der lutherischen Lehre. Durch Heiraten und Pfandschaften gelangten En de des 17. Jahrhunderts Grafen von Lippe-Detmold in die Region, die bald eine prägende und dauerhafte Rolle auf Groß Samrodt einnahmen. Dazu gehörte ihre Zugehörigkeit zu der in Lippe verbreiteten calvinistischen (reformierten) Lehre.
Durch seine Heirat mit Henriette Ursula von Dohna (1663–1712) im Jahre 1695 übernahm der kurbrandenburgische Generalmajor Ferdinand (Friedrich) Christian Graf zu Lippe-Detmold (1668–1724) das Gut Samrodt als Pfandinhaber. Laut Lehnbrief Königs Friedrich I. vom 24. August 1708 erhielt er die Berechtigung, in Groß Samrodt eine reformierte Kirche nebst Pfarre und Schule zu erreichten. Die Kirche wurde im Flügel des Schlosses errichtet.Hier amtierten reformierte Geistliche, die sich mit den Gottesdiensten der lutherischen Geistlichen aus Grünhagen abwechselten.Graf Ferdinand (Friedrich) Christian zu Lippe-Detmold starb 1724 als „Herr am Samrodt“ auf dem Gut, seine Erbin Ursula Anna zu Lippe-Detmold (1693–1757) führte danach den Titel „Herrin auf Samrodt“.
Im Jahre 1729 endete die Herrschaft der Lipper aus Samrodt, die Familie Dohna-Schlodien übernahm den Besitz. Kirchlich hatten sich inzwischen Groß Samrodt und Quittainen verbunden. Im 18. Jahrundert übernahm von Quittainen aus die Familie von Dönhoff das Gut Samrodt, danach war es im Besitz von Ludwig Friedrich von Domhardt und seiner Familie. Die Zahl der reformierten Gemeindeglieder verringerte sich derart, dass 1875 Quittainen mit Groß Thierbach zu einer unierten Kirche vereinigt wurde. Reformierte Geistliche arbeiteten in Groß Samrodt noch bis 1894, danach wurde die Pfarrstelle mit lutherischen Geistlichen besetzt.
Groß Samrodt war bis 1945 eine lebendige und aktive Gemeinde. Im Jahre 1925 zählte sie mit ihren elf Außendörfern 1.717 Gemeindeglieder. Das Kirchenpatronat hatten die Herren auf Gut Groß (Alt) Bestendorf inne. Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung setzten der Kirchengemeinde in Groß Samrodt ein Ende. Heute in Sambród lebende evangelische Einwohner gehören zur Kirchengemeinde in der Stadt Morąg, einer Filialgemeinde von Ostróda in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Bis 1945 waren die zahlenmäßig wenigen ömisch-katholischen Einwohner der Region Groß Samrodt in die Pfarrei St. Joseph in der Kreisstadt Mohrungen eingegliedert. Nach 1945 siedelten sich viele neue Bewohner in Sambród an, die fast ausnahmslos katholischer Konfession waren. Sie nutzten die Kirche, die zum Heiligsten Herzen Jesu gewiht wurde, für ihre Gottesdienste. Am 25. Januar 1972 wurde im Nachbarort Chojnik eine Pfarrei erichtet. Ihr wurde die Kirche in Sambród als Filialkirche zugeordnet. In Sambród werden 1.040 Gemeindeglieder versorgt. Die Pfarrei gehört zum Dekanat Morąg im Bistum Elbląg.
Sambród liegt an einer Nebenstraße, die parallel zur Schnellstraße S 7 (Europastraße 77) von Małdyty nach Marzewo verläuft. Weitere Straße führen von Chojnik bzw. von Zalesie in den Ort.
Die nächste Bahnstation ist Małdyty an der Bahnstrecke Olsztyn–Bogaczewo zur Weiterfahrt nach Elbląg.