Szymonowo

Szymonowo
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Szymonowo (Polen)
Szymonowo (Polen)
Szymonowo
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Ostróda
Gmina: Małdyty
Geographische Lage: 53° 52′ N, 19° 47′ OKoordinaten: 53° 51′ 39″ N, 19° 46′ 52″ O
Einwohner: 245 (2021)
Postleitzahl: 14-330
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NOS
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Plękity/DW 613 → Szymonowo
Dziśnity/Szymonówko → Szymonowo
Eisenbahn: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig

Szymonowo (deutsch Groß Simnau) ist ein Ort in der Landgemeinde Małdyty im Powiat Ostródzki der Wojewodschaft Ermland-Masuren in Polen.

Etwa einen Kilometer östlich von Szymonowo befindet sich der Jezioro Ruda Woda (deutsch Röthloff-See).

Groß Simnau auf einer Karte von 1802 (links mittig)

Geschichte

Im ehemaligen Ostpreußen war Groß Simnau ein Gut. Die letzten Gutsbesitzer waren die Grafen Hans Nikolaus Finck von Finckenstein (Kammerherr der Viktoria Luise von Preußen) und sein Sohn Hans Wolfram Finck von Finckenstein (Agrarhistoriker und Schriftsteller). 1929 konnte der Besitz nicht mehr gehalten werden und wurde aufgesiedelt. Anfang des 20. Jahrhunderts betrug die Gutsgröße 1500 ha. Zum Gut gehörten Gehöfte, eine Molkerei, eine Ziegelei und ein Sägewerk. Vorwerke des Gutes waren Dosnitten und Linkswinkel.

Das Gut Groß Simnau hatte im 19. Jahrhundert den Status eines Gutsbezirks. Ab 1874 bildete er zusammen mit der Landgemeinde Klein Simnau den Amtsbezirk Groß Simnau im Landkreis Mohrungen. Spätestens ab 1883 wurde zum Amtsbezirk auch der südliche Teil des Röthloffsees gezählt, der fiskalisch als Gutsbezirk Mohrungen, Domänenamt (später Gutsbezirk Röthloffsee) bezeichnet wurde. Im Rahmen einer Gebietsreform wurden die Gutsbezirke Groß Simnau und Röthloffsee aufgelöst und in die Landgemeinde Klein Simnau eingemeindet. Die neugebildete Gebietskörperschaft bekam den Namen Landgemeinde Simnau. 1935 wurde der amtliche Name in Gemeinde Simnau abgeändert. Die Gemeinde Simnau umfasste die Ortschaften Dosnitten (Dziśnity), Linkswinkel, Groß Simnau (Szymonowo) und Klein Simnau (Szymonówko). Der Amtsbezirk Groß Simnau und die Gemeinde Simnau existierten in dieser Form bis 1945.

Das zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaute Gutshaus wurde lange Jahre als Kinderheim genutzt. In der Nähe des Hauses gibt es einen Bestand von Eichen, der als Naturdenkmal unter Schutz steht.

In Kriegsfolge kam Groß Simnau mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen. Groß Simnau erhielt die polnische Namensform „Szymonowo“ und ist heute eine Ortschaft innerhalb der Gmina Małdyty im Powiat Ostródzki, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugeordnet. Im Jahre 2021 zählte Szymonowo 245 Einwohner.

Religion

Kirchengebäude

In Simnau soll es bereits 1324 eine Kirche gegeben haben. Auf dem Kirchhof fand man einen Weihwasserstein, und im Kirchenbuch von Jäskendorf wurde bereits 1468 eine Kirche in Simnau erwähnt.

Heute steht in dem Dorf Szymonowo ein Gotteshaus, das 1812 anstelle eines Fachwerkbaus als Backsteinkirche errichtet wurde. Sie hat einen dreiseitigen Schluss und ist mit einem Fachwerkturm für zwei Glocken versehen. Altar und Kanzel in Schnitzwerk bilden ein Ganzes und stammen aus der vorherigen Kirche und wurden ebenso wie der Beichtstuhl um 1740 angefertigt. Der Taufstein aus Granit bildet ein Sechseck.

Der Gutsstand stammt aus der Zeit um 1640, und die Orgel wurde im Jahre 1855 mit Pedal und elf Stimmen erbaut. Hinter der Kirchenwand befinden sich vier Statuetten: Christus in zwei verschiedenen Gestalten nach dem dänischen Bildhauer Bertel Thorvaldsen, und die Apostel Paulus und Petrus.

Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in der Kirche ein sehr altes holzgeschnitztes Kruzifix noch aus der Ordenszeit. Sein Verbleib ist nicht geklärt.

Bis 1945 war die Kirche in Groß Simnau ein evangelisches Gotteshaus. Nach 1945 wurde sie von den römisch-katholischen neu sich ansiedelnden Einwohnern übernommen. Nach den veränderten Bräuchen angepassten Umbaumaßnahmen wurde die Kirche Johannes dem Täufer geweiht.

Kirchengemeinde

Eine Kirche wurde in Groß Simnau bereits in vorreformatorischer Zeit gegründet.

Evangelische Kirche

Von 1525 bis 1945 war die Kirchengemeinde eine dem lutherischen Bekenntnis zugewandte evangelische Gemeinde. Das Gebäude war gutsherrlichen Patronats, das über viele Generationen hinweg von der Adelsfamilie Grafen Finck von Finckenstein wahrgenommen wurde.

Die Pfarrei Simnau war bis 1945 in den Superintendenturbezirk Saalfeld im Kirchenkreis Mohrungen innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingegliedert. Zur Pfarrei gehörte von 1684 bis 1691 die Kirche in Seegertswalde als Filialkirche. Später wurde im Kirchspielort Wodigehnen ein Gemeindehaus errichtet.

Die Pfarrer waren gleichzeitig Ortsshculinspektoren über die drei Volksschulen in Groß Simnau, Bagnitten und Linkenau, an denen drei Lehrkräfte angestellt waren.

Im Jahre 1925 zählte das Kirchspiel Groß Simnau 1.065 Gemeindeglieder. Sie lebten – neben dem Pfarrort – verteilt auf zwölf
Kirchspielorte:

Deutscher NamePolnische NameDeutscher NamePolnischer Name
BagnittenBagnityLinkenau (Dorf)Leszczynka Mała
DosnittenDziśnityLinkenau (Gut)Linki
Groß KantenKanty
bis 2009: Kęty
PlenkittenPlękity
HöfenKlonowy DwórPlößenPleśno
Klein KantenKątkiSchmolehnenSmolno
Klein SimnauSzymonówkoWodigehnenWodziany

An der Kirche in Groß Simnau bis 1945 Dienst als evangelische Geistliche die
Pfarrer:

  • NN., bis 1626
  • August Lupianus, bis 1632
  • Matthias Pauli, 1644–1658
  • Heinrich Concius, ab 1665
  • Martin Teschinius, 1673–1683
  • Albert Weiß, 1683–1703
  • Johann Pölck, 1703–1752
  • Johann Arndt, 1752–1758
  • Johann Benjamin Grunau, ab 1759
  • Johann Ernst Horn, 1789–1811
  • Benjamin Gotth. Räbiger, 1812–1823
  • von Lahna-Rauschen, 1824
  • Karl-Friedrich J. Moritz 1842–1889
  • Hermann Archibald Glüer, 1889–1907
  • Franz Gabler, 1907–1925
  • Alfred Meyer, 1925–1929
  • Bruno Altenburg, 1930–1936
  • Ewald Leonhardt, 1936–1938
  • Heinz Kestner, 1938–1945

Flucht und Vertreibung der einmheimischen Bevölkerung im Zusammenhang des Zweiten Weltkriegs setzten der evangelischen Kirchengemeinde in Groß Simnau ein Ende. Heute hier lebende evangelische Gemeindeglieder sind der Kirchengemeinde in Morąg, einer Filialgemeinde von Ostróda zugeordnet. Sie gehört zur Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Römisch-katholische Kirche

Bis 1945 waren die römisch-katholischen Einwohner der Region Groß Simnau in die Pfarrei St. Joseph in der Kreisstadt Mohrungen eingegliedert. Nach 1945 übernahmen sie die bisher evangelische Kirche. Am 20. März 1981 konnte hier sogar eine eigene Pfarrei mit der Joahnnes dem Täuger geweihten Pfarrkirche errichtet werden. Sie gehört zum Dekanat Miłomłyn und gehört zum Bistum Elbląg. Ihr zugeordnet sind die
Pfarreiorte:

Polnischer NameDeutscher NamePolnischer NameDeutscher Name
BagnityBagnittenSurzyki MałeKlein Sauerken
DziśnityDosnittenSurzyki WielkieGroß Sauerken
Klonowy DwórHöfenSzymonówkoKlein Simnau
LinkiLinkenau (Gut)SzymonowoGroß Simnau
PlękityPlenkittenWodzianyWodigehnen

Verkehr

Szymonowo ist Endpunkt einer Nebenstraße, die bei Plękity von der Woiwodschaftsstraße 613 (hier in einem Abschnitt der einstigen Reichsstraße 130) abzweigt und in östliche Richtung verläuft. Außerdem führt eine Straße von Dziśnity, aber auch eine Straße von Szymonówko bis nach Szymonowo. Vor 1945 endete ein Weg von Linecki Róg aus Norden kommend ebenfalls im Ort.

Ein Anschluss an den Bahnverkehr besteht nicht. Bis 1945 war Groß Altenhagen die nächste Bahnstation. Sie lag an der Bahnstrecke Elbing–Osterode (Ostpr.)–Hohenstein, die seit 1945 nicht mehr existiert.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Polska w Liczbach: Wieś Szymonowo
  2. ↑ Liste der Schulzenämter der Gmina Małdyty. (Memento des Originals vom 29. Juli 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Website der Gmina Małdyty; abgerufen am 31. Oktober 2010.
  3. 1 2 3 Rolf Jehke: Amtsbezirk Groß Simnau
  4. ↑ Messtischblatt Nr. 2184. (Memento des Originals vom 29. November 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. amzpbig.com
  5. 1 2 Informationszentrum Ostpreußen: Szymonowo – Groß Simnau
  6. 1 2 3 4 5 Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 182
  7. 1 2 3 4 Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen 1968, S. 65, Abb. 234
  8. 1 2 3 Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 467
  9. ↑ Friedwald Moeller: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg 1968, S. 128
  10. ↑ Diecezja Elbląg: Parafia w Szymonowie (polnisch)
  11. ↑ Römisch-katholische Pfarrei Johannes der Täufer in Szymonowo (polnisch)